„A Blast – Ausbruch“: Was bleibt, wenn die Hoffnung geht?

Geschickt verwebt die Regisseurin Syllas Tzoumerkas in „A Blast – Ausbruch“ Griechenlands Krise mit dem Leben einer jungen Frau.

Der Nagellack ist abgeblättert; unter den Augen hängen tiefe Ringe; die Stirn liegt in Falten. Diese Frau ist müde. Wie ein ganzes Land. Gekonnt verwebt Regisseurin Syllas Tzoumerkas in „A Blast“ Griechenlands Krise mit dem Leben der jungen Maria (Angeliki Papoulia), der alles zu viel wird. Ihr nicht nur örtlich immer abwesender Ehemann zum Beispiel, der als Kapitän auf einem Schiff arbeitet. Er soll Geld nach Hause bringen. Er soll ihr Liebe geben. Auch dann noch, wenn ihre Liebe für ihn längst verflogen ist.

In intensiven Nahaufnahmen beobachtet Kameramann Pantelis Mantzanas die einzige Verbindung, die die beiden zu haben scheinen: animalische Sexualität. Diese totale Körperlichkeit, im Streit wie in der Liebe, ist ihre Flucht aus der Realität; der Rausch als Halt in einer Welt, die mehr und mehr unterzugehen scheint. Dafür steht auch die körperbehinderte Mutter, die wortwörtlich auf einem Schuldenberg sitzt: Jahrelang hat sie ungeöffnete Rechnungen unter ihrem Rollstuhl versteckt. Tochter Maria soll’s nun richten.

Was Verzweiflung mit uns macht, wie das Leben der einfachen Bürger wirklich aussieht, die versuchen, in ihrer griechischen Heimat angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren – das schildert dieses Drama auf berührende Weise. Ein erbarmungsloser Einblick in das Verhalten von Menschen, denen jede Hoffnung fehlt.

von Katja Kraft

„A Blast – Ausbruch“

mit Angeliki Papoulia

Regie: Syllas Tzoumerkas

Laufzeit: 84 Minuten

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