Sei bloß nicht zu freundlich

- Sie ist die Tochter von Nina Hagen und die Enkelin von Eva Maria Hagen. Dass Cosma Shiva, jüngster Spross des Hagen-Clans, aber weit mehr ist als nur eine hübsche Stammhalterin, hat sie in Fernsehfilmen wie "Der Laden" bewiesen. Die 1981 in Los Angeles geborene Cosma Shiva Hagen hat in jungen Jahren schon eine Menge erlebt. Schuld daran war Nina, die als wahre und einzige "Mutter des Punk" durch die Weltgeschichte gondelte, die Kinder Cosma Shiva und Otis stets im Schlepptau. Und so geht es ihr heute am besten, wenn sie zu Hause auf Ibiza "einfach nur aufs Meer schauen kann". Derlei Mußestunden dürften demnächst knapper werden - nach dem Start von "7 Zwerge. Männer allein im Wald".

<P>Lag Ihnen die Rolle des Schneewittchens nahe?</P><P>Hagen: Irgendwie schon. Zumindest haben alle meine Freunde gesagt, ich wäre ideal besetzt. Ich empfand die Rolle als eine schwierige Gratwanderung zwischen Unschuldigsein und Dummsein. Ich wollte nicht, dass Schneewittchen dumm ist, aber eben so unschuldig und naiv, dass sie gar nicht merkt, was um sie herum passiert.</P><P>Wie fühlt man sich mit der eigenen Mutter als Gegenspielerin?</P><P>Hagen: Das war superlustig. Nina hat sich ja glücklicherweise ziemlich zurückgehalten, wenn es darum ging, mir gute Ratschläge zu erteilen.</P><P>Sie spielen im November in Starnberg die Julia in "Romeo und Julia". Wie kamen Sie ans Theater?</P><P>Hagen: Die Rolle wurde mir angeboten, und da ich ja keine Ausbildung als Schauspielerin habe, ist das einfach eine großartige Gelegenheit, mich mal auf einer Bühne auszuprobieren. Es ist auch eine moderne Shakespeare-Übersetzung. Ich verstehe also auch, was ich da spreche! Trotzdem bin ich schon wahnsinnig aufgeregt. Ich hätte das gerne schon viel früher gemacht. Aber man hat mir nie so spannende Projekte angeboten, weil es hieß, ich sei sehr schwierig . . .</P><P>An solchen Gerüchten ist doch meistens auch was dran, oder?</P><P>Hagen: Schlechte Gerüchte verbreiten sich schneller als gute. Es gibt schließlich genügend Leute, die immer wieder gerne mit mir zusammen gearbeitet haben. Aber mit Männern, die betont machomäßig sind, habe ich einfach ein Problem. Die sind das im Gegenzug auch nicht gewöhnt, dass eine Schauspielerin ihre Meinung sagt. Eigentlich bin ich ein vollkommen einfacher Mensch. Ich bin halt nur nicht auf den Mund gefallen.</P><P>Der Status als kapriziöse Schauspielerin kann doch aber manchmal ganz gut sein?</P><P>Hagen: Ja, ich habe schon öfter gedacht: Sei jetzt mal bloß nicht zu freundlich! Dann gilt man immer schnell als die Langweilig-Pflegeleichte. Man ist schnell die Freundin, mit der man alles machen kann. Das stinkt mir schon.</P><P>Liegt es nicht auch daran, dass Sie viel mehr erlebt haben als andere Gleichaltrige und deswegen schon anders auftreten?</P><P>Hagen: Ich glaube, dass ich gar nicht so viel erfahrener bin als andere Mädchen. Klar, ich habe viele Städte und Länder gesehen. Aber andere haben in meinem Alter einen festen Freundeskreis. Ich kann mit dem ganz alltäglichen Leben nicht gut umgehen. Wenn mich Freunde kritisieren, ist das gleich schrecklich. Ich habe es nie erfahren, dass Freunde einander die Meinung sagen, weil ich nie lange genug am selben Ort gelebt habe. Ich habe es nicht gelernt, Freundschaften zu pflegen.</P><P>Das Gespräch führte Ulrike Frick.</P>

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