Bond ist eine Ikone

- Cool, überlegen lächelt James Bond, nein: eigentlich eher doch Pierce Brosnan. Selbstsicher scheint er, strahlt vor allem die Gelassenheit desjenigen aus, der sich mit seiner Rolle abgefunden hat. Denn das ist wohl alles, was man tun kann, wenn man James Bond "ist" (nicht "spielt"), der fünfte Hauptdarsteller in der Reihe, die 1962 erfunden wurde. Mit "Stirb an einem anderen Tag" kommt heute der 20. Bond-Film ins Kino.

<P>"Bond ist vor allem eine Ikone." Brosnan scheint die Gedanken des Fragestellers zu lesen, "man kann sie nicht wirklich verändern. Am Anfang habe ich mich vor ihm gefürchtet. Und es wird für mich immer sonderbar bleiben, diese Figur selber zu spielen, mir vorzustellen, dass junge Fans jetzt mein Gesicht im Kopf haben, wenn sie an Bond denken. Ich glaube, mir liegt die Rolle jetzt besser als in den ersten Filmen. Ich muss nicht mehr beweisen, dass ich ein toller Bond bin." Seit 1995, seinem ersten von bisher vier Auftritten als 007, hat der 1953 in Irland geborene Brosnan genug Zeit gehabt, sich an seine zweite Identität zu gewöhnen: "Ich mag Bond. Ich würde nicht sagen: Ich bin Bond, aber ich mag ihn." Die Vorbereitung auf den Agenten-Streifen ähnelt der auf andere Filme nur zum Teil: "Ich lese das Drehbuch. Aber es ist auch ziemlich harte körperliche Arbeit. Viel Action."<BR><BR>Die Entscheidung für Brosnan war damals eine Überraschung, erschien aber schnell als logische Wahl: Denn zuvor war der Darsteller vor allem durch die TV-Abenteuerserie "Remington Steel" bekannt geworden. Auch da spielte er eine Art Superheld, einen Detektiv, der jenseits der Legalität, aber immer auf der Seite des Guten verzwickte Fälle löst. "Ich wollte nicht der Trottel sein, der Bond ruiniert", sagt Brosnan mit einem Hauch von Rechtfertigungsbedürfnis und dem Wunsch zu beweisen, dass er ein richtiger Filmschauspieler ist, nicht nur ein gut aussehender Körper in einem perfekt sitzenden Anzug, mit einer Rolle, die so reichhaltig und zugleich so starr festgelegt ist, dass sie nicht zu beschädigen ist. <BR><BR>"Wir haben versucht, wieder etwas Neues herauszuholen, noch bessere Action, noch mehr Stunts. Zugleich überzeugt die Geschichte. Ich habe immer viel Wert auf gute Drehbücher gelegt. Die Figur ist wieder ein Zeitgenosse geworden." "Stirb an einem anderen Tag" kommt Brosnan entgegen: Er bietet ihm, den viele am ehesten mit dem Ur-Bond Sean Connery vergleichen, die Möglichkeit, an den sardonischen Charme seines Vorgängers anzuknüpfen. "Ursprünglich war Commander Bond ein Killer, der zugleich Furcht verspürte, Abscheu vor Doppelmoral empfand." <BR><BR>Neben seinen Auftritten als 007 ist Brosnan, der auch eine erfolgreiche Produktionsfirma besitzt, immer wieder in anderen Filmen zu sehen. In John Boormans "Der Schneider von Panama" hatte er Gelegenheit, einen schwachen Spion zu spielen und sein Bond-Image ironisch zu brechen: "Darum hat Boorman mich gecastet. Das war der Sinn des Spiels und hat viel Spaß gemacht." Für einen fünften Bond hat Pierce Brosnan schon unterschrieben: "Danach muss man sehen. Irgendwann ist man einfach zu alt für die Rolle."<BR>.<BR></P>

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