Niederländischer Oscar-Beitrag

"Borgman": Geheimnisvoller Gast 

Das Leben der gutbürgerlichen Familie Richard gerät aus den Fugen, als sich der geheimnisvolle Obdachlose Borgman in ihrem Haus einquartiert. Die Kritik zu "Borgman":

Ist es das Böse? Die Wahrheit? Oder das Unbewusste? Was es ist, das scheint Alex van Warmerdam selbst nicht ganz klar gewesen zu sein. Im Falle seines Films „Borgman“ plädiert der niederländische Regisseur und Drehbuchautor für das Böse. Es manifestiert sich in einem Landstreicher (Jan Bijvoet), der sich bei einer Familie einnistet, die er dann immer stärker in Besitz nimmt.

Dieses Motiv ist ein Klassiker in Filmen und Romanen. Gerade das viktorianische Zeitalter brachte unzählige Ausgeburten des Bösen hervor, manche davon handelten durchaus nachvollziehbar. Die Furcht des Bürgertums vor dem Untergang drückt sich in solchen Gestalten ebenso aus wie die Angst des Menschen vor der unterdrückten Natur. In Horrorfilmen versteckt sich die tückische Macht gerne hinter einem Unschuldsgesicht. Bei van Warmerdam ist das Böse nur ein knochiger Unsympath, der so widerlich ist wie die Familie, die er besetzt. Alles, was wir sehen, sind die immer gleichen, ermüdenden Bilder: ein hässlicher Typ, dem kein Zuschauer seinen angeblichen Zauber abnimmt. Frauen und Kinder, die auf alles hereinfallen sowie jede Menge Sadismus und Lakonie. Während die Viktorianer ihre bedrohten Menschen mochten, scheint das hier nicht der Fall.

„Borgman“

mit Jan Bijvoet, Hadewych Minis Regie: Alex van Warmerdam

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie Menschen eher negativ gegenüberstehen.

kat

Rubriklistenbild: © Screenshot

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