Bruchlandung

- Egal was man von Gwyneth Paltrows darstellerischen Talenten halten mag, eines steht fest: In nahezu jeder Rolle verströmt sie den elegant-unterkühlten Charme der jungen Grace Kelly. Dass dies zum Problem werden kann, zeigt sich in Bruno Barretos "Flight Girls - Achtung! Blondinen im Anflug". Denn die Oscar-Gewinnerin soll diesmal die geistig eher simple Provinzzicke Donna aus Nevada mimen, die mit Bauernschläue, Ambition und geschicktem Einsatz weiblicher Reize ganz nach oben kommt.

Ganz nach oben bedeutet in diesem Fall wirklich in den Himmel, denn Donna will Stewardess werden. Barreto und sein Drehbuchautor Eric Wald hielten dies offensichtlich für den geeignetsten Beruf, den eine Frau ausüben kann. Und hier liegt schon das erste Problem des Films: Welche Frau, egal wie minderbegabt sie sein mag, glaubt im Zeitalter von Billigbombern, schnöseligen Business-Class-Vielfliegern und betrunkenen Charter-Fluggästen noch allen Ernstes daran, dass die Freiheit über den Wolken grenzenlos sein könnte?<BR><BR>Aber das alles wäre verzeihlich, wenn Gwyneth Paltrow wenigstens in einer Szene als auftoupierte Dumpfbacke überzeugen würde. Doch statt mit der nötigen Ironie spielt Paltrow ihren Part mit sauertöpfischer Miene herunter. Auch das Drehbuch bietet, von einer Hand voll passabler Gags abgesehen, nur ein augenfälliges Beispiel dafür, wie man trotz enormem Staraufgebot (Mike Meyers als schielender Chef-Ausbilder, Candice Bergen als Super-Stewardess, Kelly Preston und Christina Applegate als schrille Schnepfen) eine veritable Bruchlandung hinlegen kann.<BR><BR>Die meisten Szenen laufen ins Leere, und von Anfang an ist absehbar, wie sich Donna entscheiden wird bei der Frage: "Royalty Airline, Erste Klasse, New York-Paris" oder "Rechtsanwalt Ted, Cleveland"? Da hilft nur eins: Rückenlehnen senkrecht stellen und schnell raus aus dem Kino. <BR><BR>(In München: Mathäser, Marmorhaus.)<BR><BR>"Flight Girls"<BR>mit Gwyneth Paltrow, Mike<BR>Meyers, Candice Bergen<BR>Regie: Bruno Barreto<BR>Unerträglich <BR>

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