Feuer in Rosenheim: Container brennen lichterloh

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Tagsüber liebender Gatte, nachts ein Rache-Engel: Jean Reno als französischer Mafia-Boss trägt mit seiner einzigartigen Aura diesen Film.

"22 Bullets": Das Gottesgericht von Marseille

Die grandiose Gangster-Ballade „22 Bullets“ von Richard Berry beruht auf einer wahren Geschichte. Jean Reno ist dabei einer der wenigen Schaupieler, dem man die aufwühlende Geschichte abnimmt. Der Trailer zum Film:

Man muss länger überlegen, welchem anderem Schauspieler man das abnehmen würde: sich mit 22 Kugeln im Körper aufzurappeln und, kaum genesen, mit beunruhigender Seelenruhe Vergeltung an den Männern zu üben, die dumm genug waren, sich mit ihm anzulegen. Und zwar so unerbittlich, dass der Ausdruck „Gottesgericht“ passt. Jean Reno nimmt man das ab, und das ist das große Glück für Richard Berrys grandiose Gangster-Ballade, die auf einer wahren Geschichte beruht.

1977 wurde Jaques „Mad Jacky“ Imbert, der Pate von Marseille, niedergeschossen. Er überlebte. Kurze Zeit darauf fand man in kurzer Folge die Leichen von elf Kriminellen – alles Männer, die von der Polizei in Zusammenhang mit dem Anschlag auf „Mad Jacky“ in Verbindung gebracht wurden. Um den Charakter des Gangsters nachvollziehbarer zu machen, greift Regisseur Berry zu einem bewährten Trick. Sein Held reagiert nur deswegen so brutal, weil er seine Familie schützen muss. Und Jean Reno lässt mit seiner einzigartigen Aura von Härte und Integrität diesen Trick tatsächlich funktionieren.

Nachts Rache-Engel, tagsüber liebender Gatte und Papa, das muss man erst mal so hinwuchten wie Reno. Berry, selbst Schauspieler, gibt seinem Star allen Raum und alle Zeit. Überhaupt ist es trotz aller technischen Raffinesse und durchdachter Dramaturgie ein Film, der den Schauspielern gehört. Selbst Nebenrollen sind prägnant besetzt, und trotz der Dominanz von Reno haben alle Figuren ein Eigenleben. Insbesondere Kad Merad als Renos sinistrer Gegenspieler und Marina Fois als ratlose Polizisten mit Karriere- und Alkoholproblem setzen Glanzpunkte, die alleine den Film lohnen. Das können sie allerdings nur, weil es das Drehbuch hergibt, das sich nicht mit der simplen Nacherzählung eines Rachefeldzugs begnügt, sondern klug um Schuld, Sühne und Vergebung kreist. Nur wer die Vergebung wählt, hat eine Chance: ein tiefmoralischer Film also, der sich in jeder Hinsicht von gewöhnlichen Thrillern abhebt. Der echte „Mad Jacky“ übrigens hat sich nach vollbrachter Rache zurückgezogen und ein friedliches Leben geführt. Bis 2006 – da konnte man ihm die illegale Ausfuhr von Devisen nachweisen und verurteilte ihn zu zwei Jahren Gefängnis. „Mad Jacky“ hat seine erste Haft mit 79 Jahren angetreten.

Zoran Gojic

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