Butterbrote für die Huren

- Prostitution, Rotlichtmilieu, organisiertes Verbrechen - all das strahlt auch in Zeiten, in denen sich die Deutschen, glaubt man manchen Magazinen, wieder auf "alte Werte" besinnen, eine merkwürdige Faszination aus. Auch auf die Kunst.

<P>Namhafte Regisseure, zuletzt Dominik Graf, haben sich des Themas auf mehr oder weniger interessante Weise angenommen. Immer noch meinen manche, das ganz Andere, das menschlich Extreme zu finden. </P><P>Extrem ist "Der letzte Lude" von TV-Regisseur Stephen Manuel aber nur in der Hinsicht, dass hier alle Klischees der Zuhälterbranche versammelt und keines davon in spannender Weise ausgereizt wird: Erzählt wird die Geschichte des etwas unbedarften Schauspielers Timo, der erst nur am Kiez von St. Pauli für eine Rolle recherchieren will, zunehmend aber der Gogo-Tänzerin (Alexandra Nedel) verfällt. Für die interessiert sich auch Andy (dargestellt von Lotto King Karl, bei dem es sich offenbar um eine "echte" Szene-Größe handelt). Timo hält ihn für einen Zuhälter, während er in Wirklichkeit belegte Brote verkauft. So ist der Konflikt programmiert. Andy bringt alle immer wieder in peinliche Situationen.</P><P>Es gibt uninspirierte Einblicke ins Milieu, neben Sex ist auch viel Geld im Spiel, ein Safe muss geknackt werden. Man hat den Eindruck, als hätten die Macher schon bald nicht mehr gewusst, was sie eigentlich zeigen wollten. So ist das Ergebnis stilistisch dilettantisches, inhaltlich überflüssiges Dumpfkino. <BR><BR>"Der letzte Lude"<BR>mit Alexandra Nedel, Lotto King Karl, Tobias Schenke<BR>Regie: Stephen Manuel<BR>Unerträglich </P>

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