Charme der Provinz

"Schröders wunderbare Welt": - Mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder hat dieser Film nichts zu tun, dafür aber mit der Provinz und deren fragwürdigem Charme, den das deutsche Kino in den letzten Jahren wieder zunehmend entdeckt. Einigen Anteil daran hat Michael Schorr. Dessen Debütfilm "Schultze gets the Blues" schien manchen so etwas wie die Verpflanzung von Kaurismäki-Skurrilitäten in den neuen uralten Osten der Ex-DDR.

Nur ganz oberflächlich knüpft Schorr an diesen Erfolg an. Sein Schauplatz ist diesmal das Dreiländereck zwischen deutschem Südosten, Polen und der Tschechischen Republik. Die Leute sind arbeitslos und träumen von Amerika. Einer von ihnen ist der farblose Junggeselle Schröder (Peter Schneider), der ausgerechnet hier ein künstliches Tropenparadies namens "Lagunenzauber" errichten will. Das Groteske dieser Vorstellung gibt eine Ahnung von dem Witz, der in dieser Komödie dominiert: etwas aufdringlich, mehr schrill als poetisch, allerdings ohne jenes unangenehme Abgleiten ins Klamottige und Geschmacklose, das andere deutsche Komödien oft prägt. Dies ist kein Film für unreife Teenies.

"Schröders wunderbare Welt" begeht eher eine andere Sünde: Er langweilt. Zu unpräzis und unaufmerksam ist die Inszenierung, zu gewollt kurios die Story. Bestenfalls funktioniert das noch als Persiflage auf die Umtriebigkeit mancher Zeitgenossen. (In München: Monopol)

"Schröders wunderbare Welt"

mit Peter Schneider, Karl-Fred Müller, Eva Maria Hagen

Regie: Michael Schorr

Erträglich **

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