Fürst Albert von Thurn und Taxis (2. v. re.) berät Regisseurin Dan Tang (re.) und Produzent Helmut Hartl (li.) bei der Geschichte um den adeligen Rennfahrer.Hier mit Niu Li, chinesischer Fernsehstar und eine der Investorinnen des Projekts. 

Projekt vorgestellt

China investiert in den Filmstandort Bayern

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München - China entdeckt Bayern für sich: „Love of Alps“ von Regisseurin Dan Tang könnte der Beginn einer Reihe von asiatischen Produktionen im Freistaat sein.

Wer den Prinzen spielt, steht noch nicht fest. Ein Amerikaner sollte es sein, ein internationaler Star. Denn China mag mit den USA seine Differenzen haben – die Chinesen aber lieben Hollywood und seine Schauspieler. Für sie stehen sie an den Kinokassen Schlange. Und darum geht es schließlich – möglichst viele Tickets zu verkaufen. Und danach noch einmal im Fernsehen Erfolge feiern.

Es ist ein bisschen wie eine Verkaufsveranstaltung am Donnerstagvormittag im Münchner Ampere. Gegenüber im Gasteig ist gerade das Filmfest in vollem Gange, wird Fernseh- und Kinokunst aus aller Welt gezeigt. Das, was Helmut Hartl im Ampere präsentiert, muss indes erst noch geschaffen werden. Die Vision aber ist groß. Ein chinesischer Blockbuster soll es werden, zu 90 Prozent in Bayern gedreht, mit einem Gesamtbudget von 16 Millionen Euro. Der englische Titel lautet „Love of Alps“, die deutsche Übersetzung des chinesischen Titels ist noch poetischer – „Unendliches Streben nach Liebe“.

Es wird also romantisch. Im Trailer, den der deutsche Produzent Hartl auf Leinwand abspielt, sieht man denn auch all die bayerischen Glanzstücke Schloss Neuschwanstein, Schloss Nymphenburg, Berge, Wiesen, Alphörner. Mei, wie schee! Und dann Rennwagen, die mit Affenzahn durch die Idylle heizen. Darin ein Blaublüter, seines Zeichens „der schnellste Prinz der Welt“.

„Ich wollte eine romantische Actionkomödie schaffen“, erzählt Dan Tang, ehemalige Regiestudentin an der Filmuniversität Berlin-Babelsberg. Sie hat das Drehbuch geschrieben und wird Regie in diesem Großprojekt führen. Es ist ambitioniert. Sobald die Finanzierung auf chinesischer Seite abgeschlossen ist, werden Hartl und sein Team Förderanträge beim Filmfernsehfonds Bayern und dem Deutschen Filmförderfonds stellen. Denn schließlich kann auch der Freistaat von einem Projekt wie diesem profitieren. China ist ein Markt, der in Sachen Film von deutscher Seite noch kaum erobert worden ist, sagt Hartl.

Klappt es mit den Dreharbeiten im Voralpenland, könnte das der Beginn einer Reihe von nachfolgenden Fernseh- und Kinoprojekten hierzulande sein. Das bringt Geld in die Region. So sieht sich auch Regisseurin Dan Tang als Vorkämpferin für die Eröffnung eines neuen Marktes. Denn natürlich sind die chinesischen Investoren skeptisch. Warum so viel in eine Region außerhalb des eigenen Landes investieren? Warum die bayerischen Märchenschlösser nicht einfach virtuell erschaffen und in billigen Studios in Asien produzieren? Die junge Filmemacherin musste da nicht lange überlegen: „Weil die Infrastruktur in Deutschland einfach vorbildlich ist. Wir können hier auf höchstem Niveau arbeiten, die Kompetenz in der deutschen Filmlandschaft ist um ein Vielfaches höher als in China.“

Und sie wollen ja nicht „nur“ einen Film machen. Die Geschichte um einen Prinzen im Geschwindigkeitsrausch, die Tochter eines chinesischen Unternehmers und einen chinesischen Meisterdieb könnte fortgesetzt werden. Ein zweiter und ein dritter Teil, danach gar eine Fernsehserie schweben Hartl und seinem Team vor. „Fangt am besten erstmal mit Teil eins an“, empfiehlt eine Journalistin augenzwinkernd.

Machen sie. Im April kommenden Jahres soll der Dreh beginnen. Damit die Autorennen auch realistisch rüberkommen, berät Fürst Albert von Thurn und Taxis, selbst bekanntermaßen leidenschaftlicher Rennfahrer, die Filmemacher. Damit der amerikanische Filmprinz sich in den Bergen nicht verfährt.

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