In der Männer-Welt "Mea Culpa"

Berlin - Manchmal helfen weder Action noch Gewalt. Von ästhetisch fotografierten Bildern ganz zu schweigen. Das ist zumindest bei Fred Cavayés "Mea Culpa" der Fall. 

Fred Cavayé hat zumindest formal in seinem dritten großen Spielfilm alles richtig gemacht. Dieser beginnt mit Barockmusik und einer Schlägerei. Es gibt Verfolgungsjagden und Schießereien. Ein echter Polizeithriller eben. Der zieht immer, solang er nur genügend Tempo hat. Oder?

„Mea Culpa“ ist ein Männerfilm. Nicht, weil sich nur Männer für Action interessieren – das ist ein Klischee. Vielmehr erzählt Cavayé eine Geschichte, die allenfalls eine bestimmte Gruppe Herren spannend finden könnte. Sein Held Simon (Vincent Lindon) ist ein harter Bursche, steht aber auf der richtigen, bürgerlichen Seite: Er war Polizist. Lindon verleiht diesem Cop den Habitus eines Gangsters aus einem Fünfzigerjahre-Film – knochig, seelenlos. Hinter dieser Fassade schlägt aber das Herz des Familienvaters. Denn in Wahrheit geht es in „Mea Culpa“ darum, wie man sich als Mann Frau und Kind verdienen und durch fehlerhaftes Benehmen wieder verlieren kann.

Mit Simon und dessen Ex-Partner Franck (Gilles Lelouche) stehen zwei in ihrer Pseudotragik fast schon lachhafte Typen im Fokus. Frau und Kind bleiben marginalisiert. Wäre die Handlung nicht so verblendet, sondern satirisch angelegt, könnte man zumindest die manierlich inszenierten Actionszenen genießen. Beim diesen beiden Protagonisten ist es jedoch egal, wer draufgeht.

Katrin Hildebrand

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