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Ben Affelcks Film "Argo" erregt die Gemüter.

Darstellung zu einseitig?

Ärger um "Argo" vor Oscar-Nacht

Toronto - Der kanadischer Exbotschafter fühlt sich von dem Thriller beleidigt, Ben Affleck reagiert überrascht. "Argo" gilt bei der Oscar-Verleihung am Sonntag als ein Favorit in der Hauptkategorie bester Film.

Ärger um "Argo" vor der Oscar-Nacht am Sonntag: Der kanadische Exbotschafter Ken Taylor, der 1979 während des Geiseldramas in Teheran die sechs im Film dargestellten Amerikaner in seiner Residenz aufnahm, äußerte Kritik an der wie er sagte einseitig die Rolle des US-Geheimdienstes CIA betonenden Darstellung. "Argo" gilt bei der Oscar-Verleihung am Sonntag als ein Favorit in der Hauptkategorie bester Film.

Taylors Frau Patsy, damals ebenfalls in Teheran, sagte, Ben Affleck habe einen guten Action-Film gemacht. Sie hätte es aber besser gefunden, am Anfang des Films würde es "basierend auf wahren Begebenheiten" heißen, anstatt zu sagen, es werde eine wahre Geschichte erzählt. Affleck zeigte sich von der Kritik aus Toronto am Freitag überrascht: Er habe viele Gespräche mit Taylor geführt und sei deshalb erstaunt, dass der frühere Botschafter den Film kritisiere. "Ich bewundere Ken sehr für seine Rolle bei der Rettung der sechs Hausgäste. Ich betrachte ihn als einen Helden", sagte Affleck. Er habe ihm zugesagt, als Erzähler in einer Dokumentation über Taylor mitzuwirken, und da habe er nichts gegen "Argo" gesagt. Er freue sich, "Ken bei den Aufnahmen zu sehen".

Taylor kritisierte, die Rolle Kanadas bei der Rettung der sechs Amerikaner werde in dem Film marginalisiert. Er fühle sich von dem Film gekränkt, in dem Kanada als bloßer Zuschauer zu CIA-Heldentum gezeigt werde, sagte Taylor. Sollte Affleck am Sonntag einen Oscar bekommen und nichts zur kanadischen Hilfe für die sechs Amerikaner sagen, würde das ein weiteres Licht auf ihn werfen. "Ich hoffe, er macht es", sagte Taylor. "Aber angesichts des bisher Geschehenen erwarte ich nicht unbedingt irgendwas."

Es hätte keinen Film "Argo" gegeben, wenn die kanadische Botschaft die Amerikaner nicht aufgenommen hätte. "Die Kanadier waren tapfer, Punkt", sagte Taylor. Er verwies auf den damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, der am Donnerstag im US-Sender CNN gesagt hatte, 90 Prozent der Beiträge zu den Ideen und der Durchführung des Plans seien kanadisch gewesen, der Film lasse es aber als Werk des US-Geheimdienstes aussehen. "Wir haben die sechs ungefragt aufgenommen und deshalb fängt es da an", sagte Taylor. "Ich denke, Jimmy Carter hat es richtig gesagt, es war 90 Prozent Kanada, 10 Prozent CIA." "Argo" sei ein guter Film, aber bei weitem nicht genau.

Freunde Taylors hatten bei der Premiere von "Argo" im September in Toronto empört auf ein Postskript reagiert, in dem es hieß, Taylor habe 112 ehrenvolle Erwähnungen und Preise für seinen Beitrag zur Befreiung der Geiseln bekommen. Weiter wurde aber nahegelegt, dass Taylor dies nicht verdient habe, weil die CIA beschlossen habe, die geglückte Flucht Kanada zuzuschreiben. Taylor nannte das Postskript "infam und beleidigend". Affleck ließ Taylor nach dem Sturm der Entrüstung in Kanada ein neues Postskript schreiben.

AP

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