"Das Leben der Anderen" für einen Oscar nominiert

- Los Angeles - Das deutsche Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" ist am Dienstag in Los Angeles für einen Oscar nominiert worden. Der Film des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck ist einer von fünf Anwärtern in der Sparte nicht englischsprachiger Film. Die begehrtesten Filmpreise der Welt werden von der amerikanischen Filmkunst-Akademie in diesem Jahr am 25. Februar vergeben.

Donnersmarck zeigte sich ob der Nominierung überglücklich. Sein erster Kommentar: "Wow! Mit dieser Statue wäre es wie mit der olympischen Goldmedaille - ich würde sie für Deutschland gewinnen!" Als Erklärung fügte der 33-Jährige an: "Viele meiner Helden haben genau diesen Preis gewonnen: Fellini, Truffaut, Bergman, Benigni, Buñuel, Ang Lee." 

Als beste Hauptdarstellerinnen gehen unter anderem die Britinnen Helen Mirren und Kate Winslet ins Rennen, als Hauptdarsteller wurden unter anderem Leonardo DiCaprio und Will Smith nominiert. In der Kategorie "Bester Film" geht unter anderem "Babel" ins Rennen. Das weltumspannende Gesellschaftsdrama des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu wurde gleich für sieben Awards nominiert. 

Auch im vergangenen Jahr hatten die Oscar-Juroren einen deutschen Beitrag nominiert, das Nazi-Widerstandsdrama "Sophie Scholl - Die letzten Tage". Der Film war bei der Preisverleihung dann aber leer ausgegangen. Zuletzt hatte die Münchner Regisseurin Caroline Link 2003 mit "Nirgendwo in Afrika" den Oscar nach Deutschland geholt.

Donnersmarck hat mit seinem Spielfilm-Debüt schon zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Deutschen und Europäischen Filmpreis, sowie die Auszeichnung der Los Angeles Filmkritik. Einen kleinen Dämpfer gab es nur in der letzten Woche bei den Golden Globes. Dort verlor "Das Leben der Anderen" gegen Clint Eastwoods auf japanisch gedrehten Kriegsfilm "Letters from Iwo Jima".

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