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Vom Jugendtheater zur internationalen Karriere: Der 19-jährige David Kross in „Same Same But Different“.

David Kross: „Im Prinzip bin ich da so reingerutscht“

München -Daniel Kross ist erst 19 Jahre alt, und doch zählt er im Filmgeschäft zu den Großen. Spätesten seit seiner Rolle in "Der Vorleser" ist er in aller Munde. Vor der Filmpremiere von „Same Same But Different“ sprachen wir mit dem 19-Jährigen.

Ganz schön krass, die Karriere von David Kross: Mit 14 spielte er noch im Jugendtheater des holsteinischen Städtchens Bargteheide, mit 15 wurde er von Detlef Buck als Protagonist des gefeierten Dramas „Knallhart“ engagiert, mit 16 verkörperte er die Hauptrolle in „Krabat“, und mit 17 landete er schon im Bett mit Kate Winslet – in der Titelrolle der preisgekrönten Bestseller-Adaption „Der Vorleser“. Am Donnerstag kommt seine zweite Zusammenarbeit mit Buck ins Kino: „Same Same But Different“, eine Romeo-und-Julia-Geschichte zwischen einem deutschen Rucksacktouristen und einem kambodschanischen Bargirl. -

Was hat Ihren Schauspielwunsch geweckt?

Ich glaube, es war eine Lust am Spiel. Ich habe in einer Kindertheatergruppe gespielt, das hat mir Spaß gemacht, und dann wurde ich per Zufall von Detlev Buck entdeckt, weil seine Frau meine Mutter kannte. Als ich die ersten Filme gedreht habe, war das noch eine Art Hobby, bis ich gemerkt habe, dass das vielleicht auch ein Beruf sein könnte. Im Prinzip bin ich da einfach so reingerutscht.

Wie war es, erneut mit Ihrem Entdecker zu drehen?

Am Anfang fand ich es ein bisschen schwierig, wieder zueinander zu finden. Es ist ja viel passiert in der Zwischenzeit. Aber dann war es doch wieder vertraut. Ich mag ihn wahnsinnig gern, und ich finde, er hat eine große Offenheit. Das bewundere ich sehr.

„Same Same But Different“ basiert auf den Erlebnissen des Journalisten Benjamin Prüfer. Ist so etwas schwerer zu spielen als eine frei erfundene Geschichte?

Man geht mit einem größeren Respekt an die Sache ran. Man spürt eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die das Ganze wirklich erlebt haben. Hinzu kommt, dass Benjamin oft am Set in Kambodscha dabei war. Es ist schon skurril, wenn man als Ben eine Szene dreht, während der echte Benjamin danebensteht und zuguckt!

Haben Sie an Originalschauplätzen gefilmt?

Meistens. Durch die Arbeit in Kambodscha habe ich Orte gesehen, an die ich als normaler Tourist nie gekommen wäre. Wir haben etwa auf einem Müllberg gedreht, auf dem Menschen wohnen. Deren Job ist es, den Müll zu sortieren. Sie essen und schlafen auf dem Müll. Es hat mich ziemlich fertiggemacht, das zu erleben.

Dürfen Touristen in Kambodscha tatsächlich, wie man im Film sieht, für eine Handvoll Dollar in der Gegend herumballern?

Ja, da gibt es ungefähr 50 Minuten von Phnom Penh entfernt ein Lager, wo man sich Waffen auswählen kann: Für 150 Dollar darfst du mit einem Granatwerfer schießen, für 50 Dollar mit einer Maschinenpistole. Zur Vorbereitung auf die Rolle habe ich das auch mal gemacht. Es ist schon ein beängstigendes Gefühl, was man mit so einer Waffe für eine Macht hat. Sehr unheimlich!

Können Sie als gefeierter Shooting Star noch unbehelligt U-Bahn fahren?

Ja. Wenn ich tatsächlich mal angesprochen werde, sind die Leute meistens sehr nett. Ich freue mich immer, wenn jemand meine Arbeit schätzt.

Stimmt es, dass Sie im Sommer eine dreijährige Schauspielausbildung in London begonnen haben?

Ja, aber dieses Studium habe ich inzwischen wieder abgebrochen. Zum Glück habe ich rechtzeitig gemerkt, dass das nicht das Richtige für mich war. Stattdessen lebe ich wieder in Deutschland und bewerbe mich für neue Rollen. Bis jetzt hatte ich ja großes Glück mit meinen Filmen. Aber leider wird mir auch nichts geschenkt! (lacht)

Nein, es hält sich in Grenzen. Bis jetzt waren nur Filme über den Zweiten Weltkrieg dabei – und das hat mich nicht sonderlich interessiert. Ich versuche gerade, mein Englisch zu verbessern, damit ich nicht immer nur deutsche Klischeefiguren spielen muss. Denn mein Traum wäre es, noch ein paar schöne internationale Filme drehen zu dürfen. Beim „Vorleser“ habe ich nämlich festgestellt, dass die woanders auch nur mit Wasser kochen.

Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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