In Deckung

- In "Rent-A-Man" bewies US-Komiker Rob Schneider in der Rolle des Deuce Bigalow, dass man als Callboy weder gut aussehen, noch Sex haben muss, um in dem Beruf erfolgreich zu sein. Aber der wahren Liebe wegen entsagte Deuce Bigalow damals dem professionellen Liebesdienst. In der Fortsetzung "Deuce Bigalow: European Gigolo" zieht es ihn nun doch wieder zum horizontalen Gewerbe. Eine Serie von Morden an Prostituierten bringt nämlich im fernen Europa Bigalows herzergreifend unfähigen Ex-Zuhälter (Eddie Griffin) in Schwierigkeiten - die Polizei hält ihn für den Täter.

Also ermittelt Deuce getarnt als Gigolo auf dem alten Kontinent in der einschlägigen Szene, um seinen alten Freund zu entlasten. Dafür absolviert er gar einen Gigolo-Kurs und nimmt unverhofft am jährlichen Gigolo-Wettbewerb teil.

Das gibt Regisseur Mike Bigelow die Möglichkeit, in bewährter Manier Anzüglichkeiten, alberne Gags und Parodien auf erfolgreiche Kinohits zu einer leidlich komischen Mixtur anzurühren, die mal mehr, meist aber weniger unterhaltsam ihrem vorhersehbaren Ende entgegenplätschert. Rob Schneider beweist in der Hauptrolle zwar wieder Talent für selbstironische Einlagen und macht seine Sache angesichts der dünnen Geschichte gut.

Aber der Grundton ist so versöhnlich und fast schon rührend harmlos, dass sich der Witz nie so recht aus der Deckung wagt. Das Potenzial der Grundidee wird nie genutzt, um familiengerechte Unterhaltung abliefern zu können. Produziert hat US-Komikstar Adam Sandler, der in seinen Filmen auch gerne menschenfreundliche Naivität zelebriert. Und so gibt es in "Deuce Bigelow" erotische Abenteuer ohne Erotik oder Spannung zu bestaunen. In gewisser Hinsicht ist das beinahe schon wieder sehenswert, wenn man viel Zeit hat.

(In München: Mathäser, Marmorhaus, Cinema i. O.)

"Deuce Bigalow: European Gigolo"

mit Rob Schneider, Eddie Griffin, Til Schweiger

Regie: Mike Bigelow

Erträglich

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coppola zu „Die Verführten“: „Ich möchte keine Serie daraus machen“
Beim Münchner Filmfest hat die US-Regisseurin Sofia Coppola ihr neues Werk „Die Verführten“ vorgestellt. Wir trafen sie zum Interview.
Coppola zu „Die Verführten“: „Ich möchte keine Serie daraus machen“

Kommentare