Deutsche Filme in Toronto sehr gefragt

- Große Filme und Stars - das gibt's eigentlich nur bei so genannten A-Festivals. Jenen Festivals also, die einen Wettbewerb haben und Preise vergeben. Insofern ist das Internationale Filmfestival im kanadischen Toronto ein Phänomen. Es ist ein Publikumsfestival, für Filmschaffende gibt es hier also nichts zu holen - außer dem gewaltigem Medienecho der versammelten Weltpresse und dem Interesse der Zuschauer. Über 300 Filme aus 60 Ländern werden gezeigt und schon am ersten Tag sind 50 Prozent der Vorstellungen ausverkauft. Es lohnt sich also, zum Lake Ontario zu kommen, zum mittlerweile größten und wichtigsten Festival Nordamerikas.

<P>Publikums-Festival</P><P>Bereits die Wahl des Eröffnungsfilms "Being Julia" zeigt die Cleverness der Festival-Macher. Sie holten sich das neue Werk eines europäischen Altmeisters wie Istvan Szabo, in dem aber Hollywoodstars wie Annette Bening und Jeremy Irons mitspielen die natürlich bei der Premiere anwesend sind. Es ist der Versuch künstlerischen Anspruch mit den Bedürfnissen der größten Filmindustrie der Welt unter ein Dach zu zwängen. Und so stört es nicht weiter, wenn die Kritik der Romanze zwischen einem Jungspund und einer alternden Tänzerin nicht viel abgewinnen kann: Dem Publikum hat es gefallen, und die Berichterstattung über die zufriedenen Kinofans gefällt wiederum Filmproduzenten, die ihre Werke gerne nach Toronto schicken.<BR><BR>So wird in Toronto auch das erfreuliche Interesse am deutschen Film bedient. Neben spekulativen Prestigeprojekten wie Oliver Hirschbiegels Hitler-Film "Der Untergang", der auf diesem Festival seine internationale Premiere haben wird, oder Volker Schlöndorffs KZ-Drama "Der neunte Tag" gilt das Augenmerk vor allem jungen Regisseuren. Hier wird Marco Kreuzpaintners "Sommersturm" ebenso aufgeführt wie Florian Gallenbergers indische Familiensaga "Schatten der Zeit" oder Hendrik Hölzemanns "Kammerflimmern".<BR><BR></P>

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