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"Devil`s Due": Neuauflage von "Rosemaries Baby"

München - Der Horrorfilm „Devil’s Due“ ist eine Neuauflage von „Rosemaries Baby“. Mit der Vorlage von Roman Polanski kann sich die neue Version allerdings nicht messen.

Eine Frau erwartet ein Kind vom Teufel – und ahnt erst mal nichts davon. Kommt Ihnen das bekannt vor? Leider nur auf den ersten Blick. Wer an Roman Polanskis verstörenden Horrorfilm „Rosemaries Baby“ denkt, liegt zwar nicht falsch, aber dennoch irgendwie daneben. Weder ist Allison Miller, als werdende Teufelsmutter Samantha Protagonistin von „Devil’s Due“, ein schauspielerisches Juwel wie Mia Farrow, noch kann sich das Drehbuch von Lindsay Devlin mit Ira Levins literarischer Vorlage des Polanski-Films messen.

Ganz so dumm allerdings ist die Neuauflage des Stoffs nicht. Freilich wirkt der Wackelkamera-Stil überholt, in dem Samanthas Ehemann (Zach Gilford) das Geschehen begleitet. Immerhin ist es schon 15 Jahre her, dass „Blair Witch Project“ mit dieser pseudodokumentarischen Technik für Panikattacken sorgte. Auch ahnen wir das Ende der Geschichte schon, noch ehe sie wirklich begonnen hat. In einem Punkt aber manipulieren die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett ihr Publikum ganz geschickt: Wie im Horrorgenre üblich, trifft Gut auf Böse. Nur dass in diesem Fall das Gute bis ins Groteske überzeichnet wird. Die Dialoge des (noch) glücklichen Ehepaars könnten einem Arztroman entstammen. Der Beschützerinstinkt des Gatten, sein affiges Herumgehopse um die schwangere Frau, sorgen für Fremdschämen und erinnern an all die Helikoptereltern, die heutzutage herumschwirren. Fast weiß man nicht mehr, wer das wahre Böse ist: Die Teufelsanbeter oder der liebende Ehemann?

Katrin Hildebrand

Rubriklistenbild: © snacktv

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