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Immer wieder umkreist die Kamera in diesem Dokumentarfilm Berggipfel - selbst erfahrene Kletterer haben die Alpen aus dieser Perspektive wohl eher selten gesehen.

Film der Woche

"Die Alpen": Schwungvoll durchs Gebirge

München - Ein Glücksfall: „Die Alpen – Unsere Berge von oben“ entspricht nicht der üblichen Dokumentarfilm-Dramaturgie.

Die Kamera fliegt über Berggipfel, saust mit einem Wildbach hinab ins Tal, umkreist eine Hütte, die sich am Felsen festgekrallt zu haben scheint. Aus der Ferne tauchen Menschen auf: Skifahrer, die sich fernab der Pisten die Hänge hinabstürzen; Kinder, die Milchkühe auf die Alm treiben; ein Mann, der auf einem Seil über den Abgrund balanciert. „Die Alpen – Unsere Berge von oben“ nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durchs Gebirge und legt dabei ein ganz schönes Tempo vor.

Kaum ist die Kamera irgendwo angelangt, geht es auch schon weiter, wirklich nah kommt man den gezeigten Orten und Themen nicht. In manchen Fällen würde man sich als Zuschauer wünschen, dass die Menschen, die da aus der Ferne beobachtet werden, endlich einmal selbst zu Wort kommen.

Tatsächlich aber ist es ein Glücksfall, dass die Regisseure Peter Bardehle und Sebastian Lindemann sich gegen die übliche Dokumentarfilm-Dramaturgie mit Interviews von Experten und Betroffenen entschieden haben. Denn da die Kamera immer nur kurz in verschiedene Landschaften hineinschnuppert, hat man als Zuschauer tatsächlich das Gefühl, mit im Helikopter zu sitzen, von dem aus diese fantastischen Bilder gedreht worden sind: Gletscher, die in ihren Windungen und Faltungen an abstrakte Kunstwerke erinnern; Wolkenmassen, die sich an Felsspitzen vorbeischieben, und immer wieder Kamerafahrten im Kreis um Berggipfel herum – so haben wohl selbst Bergsteiger die Alpen eher selten gesehen.

Manchmal wirkt die Musik, mit der diese Bilder unterlegt sind, arg pathetisch – da ist die unaufgeregte Stimme von Sprecher Udo Wachtveitl eine Wohltat. Trotz seiner brillanten Bilder ist „Die Alpen – Unsere Berge von oben“ mehr als ein Wohlfühl-Film, der nur in Schönheit schwelgt. Interessante Informationen etwa über die Geologie oder die Frontlinie zwischen Italienern und Österreichern, die im Ersten Weltkrieg genau zwischen den Bergen verlief, machen Lust, sich einmal intensiver mit dem Gebirge zu beschäftigen, von dem man dachte, man würde es so gut kennen. (In München: Mathäser, Atelier, Monopol, Filmtheater Sendlinger Tor, Kino Solln.)

Von Katharina Mutz

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