Dino zum Kuscheln

- "Ice Age" war gestern. Mit "Urmel aus dem Eis" ist der Boom aufwändiger deutscher Kinderfilmproduktionen, bei dem Kinderbücher, Hörspiele und Märchen für die Leinwand abgeschöpft werden, nun bei einem Kleinod aus der Glanzzeit der TV-Unterhaltung angelangt. Der Charme der Marionetten-Serie der Augsburger Puppenkiste ist natürlich dahin. Wo einst wogende Plastikplanen zum Ozean wurden und das Dinobaby Urmeli an Fäden herumwackelte, herrscht nun die schöne, neue Welt der Computeranimation.

Dramaturgisch und inhaltlich hält sich der Film eng an die Vorlage und erzählt eine liebenswert-behäbige Geschichte. Wie gehabt lebt also auf der paradiesischen Vulkaninsel Titiwu eine Mensch-Tier-WG unter der Obhut des zerstreuten Professors Habakuk Tibatong, der den Tieren das Sprechen beibringt. Eines Tages wird ein Riesenei angeschwemmt, das die Tiere vereint ausbrüten. Kaum geschlüpft, gewinnt das Saurierbaby bald alle Herzen.

Weil der naive Habakuk jedoch eine Flaschenpost mit seiner Entdeckung an König Pumponell gesandt hat, fliegt der jagdlüsterne Fürst auf die Insel, um das Urviech seiner Trophäensammlung einzuverleiben. Fade ist im witzigen Film das einzige Menschenkind, Habakuks Adoptivsohn Tim. Das tierische Personal dagegen rettet mit Hilfe prominenter Sprecher wie Anke Engelke seine Verschrobenheiten in den Film hinüber. (Ab morgen in München: Mathäser, Maxx, Royal, Leopold, Museum, Forum.)

"Urmel aus dem Eis"

Regie: Holger Tappe

Annehmbar ***

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