Ein Drama mit Tönen der Komödie

- Schon mit "Stadt der Engel", dem gelungenem Hollywood-Remake von Wim Wenders' "Himmel über Berlin", stellte Regisseur Brad Silberling sein besonderes Talent unter Beweis, potenziell rührselige Geschichten bemerkenswert unsentimental zu erzählen. In "Moonlight Mile" gelingt ihm das erneut. Und wieder geht es um die endgültigen Dinge: die Liebe und den Tod.

<P>Eine junge Frau wird als völlig Unbeteiligte in einem Restaurant bei einer Schießerei getötet. Die Eltern (Dustin Hoffman und Susan Sarandon) gehen auf ganz eigene Weise mit dem Schmerz um, die einzige Tochter verloren zu haben - sie ignorieren ihn einfach. </P><P>Stattdessen kümmern sie sich mit schon irritierender Besessenheit um den Verlobten ihrer Tochter (Jake Gyllenhaal), der bei ihnen im Haus wohnt. Der junge Mann wird deshalb von furchtbaren Schuldgefühlen geplagt, denn die Beziehung zu der Tochter war schließlich schon vor dem gewaltsamen Tod zu Ende. </P><P>Als er sich auch noch neu verliebt, droht alles außer Kontrolle zu geraten. Weil Silberling in "Moonlight Mile" autobiografische Erfahrungen verarbeitet hat, ist sein Film stets glaubwürdig und ohne falsches Pathos. </P><P>Sehr zurückhaltend gelingt ihm so der Balanceakt zwischen Komödie und Drama. Zur Seite steht ihm dabei das fantastische Ensemble. Dustin Hoffman und Susan Sarandon skizzieren ihre Charaktere zurückhaltend mit warmherzigem Humor und lassen dem jungen Jake Gyllenhaal viel Raum, um sein beachtliches Talent zu entfalten. </P><P>Allein zuzusehen, wie dieses wunderbare Trio mühelos der intim-verletzlichen Stimmung des Drehbuchs gerecht wird, ist ein Erlebnis. Ein leiser und berührender Film über die schmerzhafte Erkenntnis, dass man manchmal etwas loslassen muss, um es behalten zu können. (In München: Royal, Cinema)<BR><BR><BR>"Moonlight Mile"<BR>mit Susan Sarandon<BR>Dustin Hoffman<BR>Regie: Brad Silberling<BR>Sehenswert </P>

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