Drei zogen aus, das Fürchten zu lernen

- Wer schon immer den Verdacht hatte, dass Computertechnik eine Lösung ist, für die es gar kein Problem gibt, könnte sich durch den Film "Monster House" bestätigt fühlen. Mit gewaltigem Aufwand wurde hier eine Geschichte mit realen Schauspielern (unter anderem Stars wie Steve Buscemi, Maggie Gyllenhaal oder Kathleen Turner) verfilmt, nur um sie dann anschließend mit einem sündhaft teuren Programm in Zeichentrickfiguren zu verwandeln.

Motion-Capturing heißt das, und die Frage, weshalb man die Sache nicht einfach als Realfilm ins Kino bringt, vermag einem niemand zu beantworten. Aber wenn man beschließt, sich von diesem offenkundigen Unsinn nicht weiter irritieren zu lassen, kann man mit "Monster House" durchaus seine Freude haben. Es handelt sich um eine klassische Initiationsgeschichte.

Der kleine DJ und seine beiden Freunde Chowder und Jenny sind fest davon überzeugt, dass es in einem Haus in ihrer Nachbarschaft spukt. Um sich letzte Gewissheit zu verschaffen, beschließt das Trio einzudringen und zu ergründen, was es mit dem mysteriösen Gebäude auf sich hat. Dabei entdecken sie, wie das eben so ist im Leben, Dinge, die sie gar nicht gesucht haben und am liebsten nie gefunden hätten. Atmosphärisch ist das bemerkenswert dicht geworden, und besonders zu Beginn kann man sich dem Sog der Geschichte kaum entziehen.

Wie die vorpubertären Dreikäsehochs sich eine Fantasiewelt zusammenreimen und völlig unbelastet von Rationalität oder Logik feststellen, dass die Wirklichkeit noch erschreckender ist als ihre Befürchtungen, das ist wuchtig und mitreißend umgesetzt. Das Einzige was einen ständig irritiert ist diese künstliche Computergrafik, die viel von der Stimmung von vorneherein zerstört. Abgesehen davon werden Kinder wie Erwachsene viel Freunde an diesem mildem Gruselschocker haben. Nur den kleinsten Kinofans sollten man "Monster House" ersparen. Für kleine Kinder ist das eine Spur zu gruselig. (Ab morgen in München: Mathäser, Maxx, Gabriel, Cinema und Museum i.O.)

"Monster House"

Regie: Gil Kenan

Annehmbar

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