Durch die Weltgeschichte springen

- "Jumper" sind im Computer-Babylonisch Kurzschluss-Stecker, mit denen man auf Leiterplatten beliebig Verbindungen verändern kann. Dieser Film nimmt den Begriff auf und wendet ihn auf Menschen an. Es sind wenige besondere Menschen, die mit der Fähigkeit gesegnet sind, durch die Weltgeschichte zu springen. David (Hayden Christensen) ist so ein Fall.

Im Minutentakt springt er von einem Punkt der Erdkugel zum anderen. Mal um Geld aus einer Bank zu entwenden, mal um am Meer einen Kurzurlaub einzulegen. Es ist der Wunschtraum der Generation "My Space": überall gleichzeitig zu sein und nirgends so richtig. Regisseur Doug Liman driftet mit "Jumper" in die seichten Gefilde des Spektakel-Kinos ab.

Handwerklich virtuos und durchaus kurzweilig, aber ohne echte Handlung stürmt der Film von einem Effekte-Gewitter zum nächsten. Wie genau das mit dem Überwinden gigantischer Distanzen in Sekundenbruchteilen funktioniert, wird nie recht erklärt - auch welche ethischen Auswirkungen das auf die Protagonisten hat.

Es ist buntes, lautes Popcorn-Kino, das ein jugendliches Publikum von der Computerspielkonsole vor die Leinwand locken soll, indem man eine vergleichbare Ästhetik anbietet. Logik und Inhalt der an sich interessanten Grundidee bleiben da zwangsläufig auf der Strecke. Auch die hochkarätige Besetzung kann daran nicht viel ändern. Samuel L. Jackson spielt auf Autopilot den Bösewicht, den es nur gibt, um Verfolgungsjagden rechtfertigen zu können.

Die großartige Diane Lane taucht sporadisch und eher unmotiviert auf. Einzig Jamie Bell legt als verschrobener Helfer in der Not einen wunderschönen Auftritt hin. 

"Jumper"

mit Hayden Christensen

Regie: Doug Liman

Erträglich

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neuer „Harry Potter“-Film kommt - mit einem kleinen Haken
Den von J. K. Rowling erfundenen Zauberlehrling Harry Potter aus Hogwarts kennt jeder. Doch die Produzenten eines anderen Films werfen der Schriftstellerin vor, die Idee …
Neuer „Harry Potter“-Film kommt - mit einem kleinen Haken
Er war der coolste James Bond: Nachruf auf Roger Moore
Trauer um Roger Moore: Der James-Bond-Darsteller ist mit 89 Jahren an Krebs gestorben. Hier lesen sie einen Nachruf auf Roger Moore. 
Er war der coolste James Bond: Nachruf auf Roger Moore
„Pirates of the Caribbean 5“: Routine statt Spannung
Johnny Depp torkelt über die Schiffsplanken, Javier Bardem zeigt Vampirzähnchen - und ein junges Liebespaar gibt es auch. Disneys unverwüstliche Piratensaga geht mit …
„Pirates of the Caribbean 5“: Routine statt Spannung

Kommentare