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Die Zügel fest in der Hand und ein Siegerlächeln im Gesicht: „Hercules“-Hauptdarsteller Dwayne Johnson fuhr bei der Europapremiere am 21. August in Berlin in einem Streitwagen über den roten Teppich.

Interview zum Kinostart von "Hercules"

Dwayne Johnson: "Bin an meine Grenzen gegangen"

München - Zum Kinostart von "Hercules" spricht Schauspieler Dwayne Johnson über körperliche Höchstleistungen, sein Helden-Bild und welche Vorzüge ein Lendenschurz hat.

Als Wrestling-Champion „The Rock“ hatte er schon sämtliche Zuschauerrekorde gebrochen, ehe sich Dwayne Johnson mit Filmen wie „The Scorpion King“ zum erfolgreichen Action-Darsteller mauserte. Mit der Titelrolle in dem spektakulären Heldenepos „Hercules“, das am Donnerstag in die Kinos kommt, erfüllte sich der 42-Jährige einen Jugendtraum. Umgänglich wie kaum ein anderer Megastar präsentierte sich der imposante 1,96-Meter-Kleiderschrank bei unserem Gespräch zur „Hercules“-Europapremiere in Berlin. Zunächst musste allerdings noch seine Sitzgelegenheit ausgetauscht werden: Der XXL-Hüne passt einfach nicht in einen normalen Stuhl mit Armlehne.

-Heute Morgen um sechs Uhr haben Sie ein Hantel-Foto von sich gepostet. Waren Sie schon so früh hier im Hotel Adlon im Fitnessraum?

Nein, ich habe in einem Hardcore-Fitnesscenter am Stadtrand trainiert. Ich bin ein Frühaufsteher und mag keine teuren Schickimicki-Muckibuden. Darum suche ich mir überall auf der Welt einfache Studios mit familiärer Atmosphäre, wo sich keine eitlen Poser herumtreiben, sondern ganz normale Menschen.

-Werden Sie dort erkannt?

Na klar. Aber die Leute sind nett zu mir. Sie kommen ebenso wie ich dorthin, um ihren Körper fit zu halten. Wenn sie mich sehen, halten sie kurz inne. Dann sage ich: „Hallo zusammen! Okay, zurück an die Arbeit!“ Und dann wird wieder trainiert.

-Haben Sie nie die Schnauze voll von all den Trainings- und Ernährungsplänen?

Für „Hercules“ bin ich definitiv an meine Grenzen gegangen. Als Athlet braucht man bloß für einen bestimmten Wettkampf fit zu sein, aber für diesen Film musste ich 95 Drehtage lang Höchstleistungen abrufen – eine Riesenbelastung für die Gelenke, die Nieren, die Nerven... Eigentlich habe ich einen ziemlich guten Motor, aber danach war ich fix und fertig.

-Haben Sie sich auch einmal verletzt?

Ja, aber sinnigerweise nicht während der Dreharbeiten, sondern sechs Wochen zuvor: Ich habe mir zwei Sehnen im Unterleib gerissen und musste mich sogar in der Notaufnahme operieren lassen. Du trainierst monatelang, bringst deinen Körper auf ein Spitzen-Level – und dann so etwas! Trotzdem habe ich „Hercules“ eisern durchgezogen. Wir haben nur den Drehbeginn um zwei Wochen verschoben.

-Was hat Sie an dieser Rolle so sehr gereizt?

Ich wollte die menschliche Seite dieses Helden zeigen. Ich fragte mich: Wie wäre es, wenn Herkules gar kein Halbgott ist? Wenn er wie wir alle leidet, blutet und weint?

-Wer ist für Sie ein Held?

Jemand, der Rückschläge wegsteckt und sich tapfer wieder aufrappelt, wenn er hinfällt. Jemand, der jeden Tag aufs Neue versucht, ein besserer Mensch zu werden. Jemand, der sich konzentrieren kann, wenn er neben Supermodel Irina Shayk vor der Kamera steht. Und jemand, der auch im Lendenschurz eine gute Figur macht!

-Finden Sie, dass wir Männer wie Ihr Herkules zum guten alten Lendenschurz zurückkehren sollten, um die langweilige Herrenmode ein bisschen aufzumischen?

Ja, das wär’s doch! Lang lebe der Lendenschurz! Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Es hat etwas sehr Befreiendes, in einem solchen Schurz herumzulaufen. Zudem ist es schön luftig. Ich würde aber auch dafür plädieren, die Gürteltasche wieder einzuführen: Sie lässt sich fantastisch mit einem Lendenschurz kombinieren. Als Herkules habe ich mich jedenfalls bemüht, beides mit Stolz und Würde zu tragen.

-Im Gegensatz zu allen anderen Hollywood-Kraftpaketen haben Sie noch in keinem „Expendables“-Film mitgespielt. Hat Sylvester Stallone Sie nie gefragt?

Nein, nie. Ich glaube, er weiß ganz genau, dass die Expendables noch nicht bereit sind für mich. Ich wäre gern mit dabei, aber nicht als Teil der Truppe: Ich würde am liebsten den Kerl spielen, der die Expendables jagt und sie alle fertigmacht!

Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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