So ist das eben mit Helden

- "Mindhunter" nennen sich in den USA jene Spezialisten, die für die Polizei Profile von Serien-Straftätern erstellen, "Gedankenjäger" also. "Suspect Zero" nimmt diesen Begriff ernst und verleiht seinem Helden Benjamin O'Ryan (Ben Kingsley) eine Art telepathische Begabung, die es ihm ermöglicht, Mörder wie mit einem Radar zu orten.

<P>Es geht um einen ganz besonders heiklen Fall: Kinder verschwinden spurlos, sie sind vermutlich das Opfer eines Serienkillers. O'Ryan, den Kingsley als getriebenen Außenseiter darstellt, setzt nun alles daran, den Mörder zu stoppen. Spätestens seit "Schweigen der Lämmer" sind diese "Mindhunter" ideale Kino-Helden. Und genau das ist das Dilemma von "Suspect Zero": Diese Geschichte wurde einfach schon zu oft erzählt. Das Desinteresse, das dem Film deswegen entgegenschlagen wird, hat der ironischerweise wirklich nicht verdient. "Suspect Zero" gehört mit zum Besten, was dieses Genre bisher hervor gebracht hat.</P><P>Independent-Regisseur Elias Merhige lässt sich viel einfallen und ist zudem visuell ein Meister seines Fachs. "Suspect Zero" ist ein packend und außergewöhnlich einfallsreich inszenierter Thriller, der mehr als einmal Anleihen beim Stil des deutschen expressionistischen Films der 20er-Jahre macht. Eigentlich ein kleines Meisterwerk, das aber unter schlechtem Timing zu leiden hat. Das Interesse an Serienkillern hat nachgelassen, andere Perversionen sind Tagesgespräch. So ist das eben mit Helden - das Publikum will immer neue vorgesetzt bekommen. </P><P>"Suspect Zero"<BR>mit Ben Kingsley, Aaron Eckhart<BR>Regie: E. Elias Merhige<BR>Sehenswert <BR></P>

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