Ehe-Scharmützel

- Dass George Clooney sehr witzig sein kann, wusste man schon lange. Noch nie aber war er so witzig, vor allem so selbstironisch wie in "Ein unmöglicher Härtefall", dem neuen Film des genialen Hollywood-Bruderpaars Joel und Ethan Coen. Clooney tritt hier in die Fußstapfen eines Cary Grant, so wunderbar unernst kann er mit todernster Miene wirken.

<P>Schon sein erster Auftritt ist Gold wert: Man sieht nichts, als sein strahlend weißes Gebiss unterm Röntgenschirm. Clooney spielt Miles Massey, einen gelackten, eitlen Anwalt, der vor allem seine makellosen Zähne im Kopf hat, zugleich die erste Adresse ist für Scheidungsfälle unter den reichen Promis von Los Angeles. Auch ein Anwalt muss mitunter schauspielern, und natürlich ist Massey ein Star unter seinesgleichen - so kann Clooney hier viele Macken des eigenen Berufsstandes aufs Korn nehmen und nebenbei kokett sein persönliches Schönlingsimage parodieren. Er tut beides mit Genuss.<BR><BR>Catherine Zeta-Jones ist ihm über weite Strecken adäquate Partnerin, die sich auch für Witze über Eheverträge nicht zu schade ist. Bekanntlich verweigerte ihr im richtigen Leben der zuvor schon zweimal verheiratete Michael Douglas beharrlich ein solches Dokument. Zeta-Jones spielt Marylin Rexroth, eine kalte Schlange, die jede Ehe nur eingeht, um sich bald mit hohem Gewinn wieder zu trennen. </P><P>Beim ersten Scheidungsprozess verhindert Massey noch Marylins finanzielle Unabhängigkeit, beim zweiten gelingt ihr der Coup, und Massey hat sich in sie verliebt. Doch erst die dritte Ehe, die beide miteinander eingehen, entscheidet dann, wer von den einander Ebenbürtigen in dieser amoralischen "moralischen Komödie" über den anderen endgültig triumphiert. <BR><BR>"Intolerable Cruelty" ist also eine sarkastische Komödie, in der die Coens ein weiteres bekanntes Genre, die Screwball-Komödien aus Hollywoods klassischer Ära, auseinander nehmen und wieder zusammensetzen. Dieses Kinderspiel begeisterte etwa in "Fargo" nicht zuletzt, weil man viel zu lachen hat und man die Liebe der Regisseure zum Objekt spürt. Diesmal wirkt die Haltung distanzierter, vielleicht weil es viel schwerer ist, sich über etwas lustig zu machen, das sowieso schon witzig sein will. Zum ersten Mal schrieben die Coens überdies nicht selbst, sondern arbeiteten mit einem fremden Drehbuchautor. </P><P>Im Ergebnis erscheint "Intolerable Cruelty" weitaus braver als andere Coen-Filme und etwas einfallslos. Die Pointen zünden in der ersten Hälfte, dann lässt der Pfiff nach, und nur die Albernheit bleibt übrig. Trotzdem ist der Film den Besuch wert. Was für einen Coen-Film enttäuscht, ist immer noch besser als das, was sie meisten anderen fabrizieren. </P><P><BR>- läuft hier im Kino<BR><BR>"Ein unmöglicher Härtefall"<BR>mit George Clooney, <BR>Catherine Zeta-Jones <BR>Regie: Joel und Ethan Coen<BR>Sehenswert </P>

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