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Bernd Eichinger übt harsche Kritik an München als Drehort.

Eichinger: München ist als Drehort nicht attraktiv

München - Die Macher großer Hollywood-Filme wollen nach Einschätzung von Produzent Bernd Eichinger nicht in München drehen.

"Es wird kein großer Film nach München kommen", sagte er am Montag in München beim traditionellen Filmgespräch der CSU-Landtagsfraktion am Rande des Filmfestes. "Es wird kein großer Film nach München kommen, außer Sie sch... ihm die Kohle zu. Und selbst dann ist es fraglich." Die Filmemacher wollten in den Filmstudios "Unternehmer als Partner", sagte Eichinger. "Die finden sie in Berlin - nicht in München." Und selbst wenn eine Produktionsfirma einen großen Film in Bayern drehen wollte, sei dies gar nicht möglich. Die Bavaria Studios hätten nicht genügend Kapazitäten, weil fast alle Hallen mit Fernsehproduktionen belegt seien.

In der Halle IV/V, wo einst Szenen für "Das Boot" gedreht wurden, stehen heute die Kulissen für die ARD-Vorabendserie "Marienhof". Die Studios seien "in einem Fernsehdenken eingerostet", bemängelte Eichinger.

Dabei brächten Filmproduktionen sehr viel Geld in die Region. Der von Eichinger produzierte Streifen "Die unendliche Geschichte", der in den 1980er Jahren in den Bavaria Filmstudios gedreht wurde, habe den Umsatz in und um München stark angekurbelt. "Ich hab' das dem Strauß mal vorgerechnet", bemerkte Eichinger. Er meinte damit den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.

Für deutsche Filmproduktionen müsse der FilmFernsehFonds (FFF) Bayern deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen, forderte der Produzent. Nach Angaben von FFF-Geschäftsführer Klaus Schaefer sind für das Jahr 2009 rund 27 Millionen Euro im Topf. "Der Zuschauer soll nicht sagen: o.k. - es ist ein deutscher Film, da muss ich auf die Zähne beißen und durchhalten", sagte Eichinger. "Wir wollen Filme machen, bei denen man den Unterschied zu internationalen Produktionen nicht merkt." Dafür müsse man investieren.

Nach Ansicht von Regisseurin Caroline Link hat München vor allem ein Imageproblem. Viele junge deutsche Filmemacher zögen die Hauptstadt vor. "Berlin ist einfach eine geile Stadt für junge Leute", sagte sie. "Wenn man cool sein will, muss man Filme in Berlin machen." Dieses Problem sei mit Geld nicht zu lösen.

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