Eine Armee schlägt die Zeit tot

- Panzer fahren über Äcker und zermalmen die Ernte; Soldaten spielen den ganzen Tag Basketball oder dealen mit Haschisch; Offiziere haben genug Zeit, sich endlich Gedanken über ihren Ruhestand zu machen, eine Armee schlägt nichts anderes tot als die Zeit. Es muss lustig gewesen sein, als US-Soldat im Deutschland des späten Kalten Krieges stationiert zu sein, damals während der 80er-Jahre. Zu dieser Zeit, in einer US-Kaserne zwischen Mannheim und Stuttgart spielt "Army Go Home!", die überdrehte, schwarze Komödie des Australiers Gregor Jordan.

<P>Ein Amerikaner würde sich gegenwärtig kaum ähnlich unpatriotische Scherze erlauben und die US-Armee als einen Haufen charakterloser Nichtstuer zeichnen. Mit seinem schrillen, bitterbösen, oft treffenden Bild des Armee-Alltags bewegt sich der Film in direkter Nachfolge von Werken "M.A.S.H." und "Catch 22".<BR>Im Mittelpunkt steht der G.I. Ray Ellwood (Joaquin Phoenix). Er ist der König des Schwarzhandels, verscherbelt ganze Munitionsladungen an Zivilisten, um danach für eine Mehrtonnenbombe eine Verlustmeldung zu schreiben. Die wird von seinem trotteligen Kommandanten Colonel Berman (Ed Harris) gegengezeichnet.</P><P> Eines Tages wird der eisenharte Vietnam-Veteran Sergeant Lee (Scott Glenn) ins Camp versetzt. Und Ellwood beginnt, sich für Lees hübsche Tochter zu interessieren.<BR>Karrieresucht, falsche Ehrbegriffe und die Rituale des Soldatenlebens: Alles wird hier durch den Kakao gezogen. Immer schneller dreht sich die Spirale dieser Komödie, bis sie fast zur Klamotte wird. Von Subtilität keine Spur, trotzdem ein Spaß nicht nur für Teenies. (In München: Marmorhaus, Atlantis, Museum i.O.) <BR><BR>"Army Go Home!"<BR>mit Joaquin Phoenix, Ed Harris<BR>Regie: Gregor Jordan<BR>Sehenswert<BR></P>

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