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Ein Mann für den „einfachen Kram“: General Hawk (Dennis Quaid) und seine Assistentin (Karolina Kurkova).

Eine Bürstenverkäufer-Karriere

Dennis Quaid über seine Rolle in „G.I. Joe“, Actionfilme und seine Anfänge als Schauspieler

Das spitzbübische Grinsen ist sein Markenzeichen: Mit Filmen wie „Die Reise ins Ich“, „Der große Leichtsinn“ und „Great Balls of Fire“ wurde Dennis Quaid zu einem der größten Stars der Achtziger-Jahre. Nach zehn Jahren Ehe mit Meg Ryan , diversen Drogenabstürzen und einem massiven Karriereknick erlebt er seit „The Day After Tomorrow“ seinen zweiten Frühling in Hollywood. Entsprechend entspannt präsentierte er sich im Interview zu dem Actionspektakel „G.I. Joe“, das morgen anläuft.

-Sie spielen in „G.I. Joe“ den Anführer einer Elitetruppe, die den Weltuntergang verhindern will. Was gab für Sie den Ausschlag, diese Rolle anzunehmen?
Mein 17-jähriger Sohn. Er sagte: „Papa, das musst du machen!“ Und ich mochte die Rolle – sie ist eine lustige Mischung aus James Bond , General Patton und einer naiven Variante von Hugh Hefner. Im Gegensatz zu meinen Kollegen durfte ich nicht nach Prag reisen, weil alle meine Szenen in einem Flugzeughangar in Kalifornien gedreht wurden. Aber dafür war ich auch nach drei Wochen schon fertig, während die anderen sechs Monate lang ranmussten. Als Kommandeur durfte ich die fette Armbanduhr tragen und den einfachen Kram erledigen.

-Sie haben schon vor 25 Jahren Actionfilme gedreht. Hat sich seither viel geändert?
Im Prinzip hampelt man immer noch vor einer grünen Leinwand herum. Aber heutzutage geht dabei weniger schief, und die technischen Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Was uns seinerzeit ein „Wow!“ entlockt hat, würde heutzutage sehr primitiv aussehen.

-Was war denn der erste Film, der Ihnen ein „Wow!“ entlockt hat?
„Sindbads 7. Reise“. Den habe ich mit meinem großen Bruder im Kino gesehen, und die Kampfszene zwischen Sindbad und dem Skelett hat mich richtig umgehauen. Heute fände ich sie vielleicht eher albern. Und mein Sohn erst recht: Als ich ihm neulich den ersten „Krieg der Sterne“-Film gezeigt habe, war er ziemlich angelascht.

-Wie man hört, möchte Ihr Sohn in Ihre Fußstapfen treten. Unterstützen Sie ihn dabei? Oder machen Sie sich Sorgen, weil Sie die Gefahren des Berufs kennen?
Ich habe ihn dazu ermuntert. Er ist wirklich ein begabter Schauspieler. Und ich finde, man sollte sich immer von seiner Leidenschaft leiten lassen. Es gibt doch nichts Schlimmeres, als in einem Beruf gefangen zu sein, den man nicht mag. Mir ist es nur wichtig, dass mein Sohn erst die Schule beendet und dann eine vernünftige Ausbildung macht.

-Viele Schauspieler hielten sich während ihrer Ausbildung mit schrägen Jobs über Wasser. Und Sie?
Ich habe gekellnert und auf dem Bau gearbeitet. Und ich bin in meiner Heimatstadt Huston von Haustür zu Haustür gezogen und habe Bürsten verkauft. Meine Masche war simpel, aber erfolgreich: Ich habe einen englischen Akzent imitiert. Das fanden die Texaner offenbar so exotisch, dass sie mir fasziniert zuhörten und am Schluss oft etwas kauften. Als ich zum ersten Mal mehr als 100 Dollar an einem Tag verdiente, gratulierte mir ein alter Herr im braunen Anzug. Das war sozusagen mein Ritterschlag als Schauspieler!

-Was hätten Sie gemacht, wenn es als Darsteller nicht geklappt hätte?
Keine Ahnung. Wahrscheinlich hätte ich es als Rockmusiker versucht. Seit Jahren trete ich als Sänger, Gitarrist und Pianist mit meiner Band „The Sharks“ auf. Wir spielen Rock’n’Roll und Blues. Nur so zum Spaß. Aber immerhin haben wir rund alle zwei Wochen einen Gig!

Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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