Ekel-Attacken

- Das Niveau der meisten Gags dieses Siebziger-Jahre-Revivals ist weit unter die Gürtellinie gerutscht: Da verstellt die Angst vor weiteren Ekel-Attacken dem Zuschauer oft die Freude an den geistreicheren Späßen. Dabei hätte "Austin Powers in Goldständer", der dritte Streifen dieser Reihe _ nach "Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat" und nach "Spion in geheimer Missionarsstellung" - noch Schärferes auf Lager.

<P>Der höchst wandlungsfähige Hauptdarsteller Mike Myers hangelte sich gleich in vierfacher Gestalt als Guter (Austin Powers), als zwei böse Buben ("Dr. Evil" und "Goldständer") und als umwerfend dicker schottischer Doppelagent ("Fat Bastard") durch eine völlig verrückte Geschichte über den unfehlbaren Weltvernichtungsplan Preparation H, in Amerika der Name einer Hämorrhoidensalbe - ei, wie lustig.</P><P>Als Partner und Filmvater stand ihm kein Geringerer als Michael Caine zur Seite, und als hübsche Augenweide, als Erholung nach manchem missglückten "Einfall" erfreuten die Reize der 20-jährigen Sängerin Beyoncé´ Knowles Augen und Ohren gleichermaßen. Wer jetzt glaubt, der Film hätte durch die vierfache Besetzung an Darstellern gespart, wird in der ersten Sequenz eines Besseren belehrt. Da zeigt sich nämlich alles, was Rang und Namen hat in glamourösen Kurzauftritten. Das Drehbuch (Myers zeichnet zusammen mit Michael McCullers verantwortlich) ist einfach unsäglich, doch die Ausstattung dieser sehr eigenen Kostprobe echt britischen Humors ist es noch viel mehr.</P><P>Da kommen die großen Muster wieder: Karos, Punkte, Streifen in warmen knalligen Tönen. Die Guten tragen Farben (möglichst im kühnen Mustermix) und dicke, schwarz geränderte Brillen, Krägen, Krawatten und Stiefel. Die Bösen dagegen hüllen sich in vornehmes Uni: Weiß oder Gold im modischen Uniformschnitt, wie es aus den Vorgaben der Bond-Filme sattsam bekannt ist.</P><P>Und auf einmal purzeln die Gags, überbieten sich die Anspielungen auf alle Bonds, das "Schweigen der Lämmer", den "Krieg der Sterne", kommen intelligente Pointen auf und fallen wieder auf unterstes Schubladen-Niveau zurück. Vom Feinen ist diese Art von britischem Humor jedenfalls nicht. (In München: Maxx, Karlstor, Autokino, Cincinnati, Cinema i.O., Museum i.O.)Hildegard Lorenz<BR></P><P>"Austin Powers in Goldständer"<BR>mit Mike Myers, Beyoncé´ Knowles, Michael Caine<BR>Regie: Jay Roach<BR>Unerträglich </P><P> </P>

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