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Lehrer auf Klassenfahrt: Elyas M’Barek als Zeki Müller, der sich in Thailand gegen eine Horde pubertierender Schüler behaupten muss.

Interview zum Start von "Fack ju Göhte 2"

Elyas M'Barek: „Lieber echtes Leben als roter Teppich“

München - Kreisch-Alarm in München: Wir trafen Elyas M’Barek vor der Premiere von „Fack ju Göhte 2“ über kreischende Fans, Selfie-Wahn und Zukunftspläne

„Fack ju Göhte“ war der Überraschungserfolg des Kinojahres 2013. Bis Juli 2014 sahen über sieben Millionen Zuschauer die Komödie von Bora Dagtekin. Hauptdarsteller Elyas M’Barek wird auch im zweiten Teil, der am Donnerstag in die Kinos kommt, wieder den unkonventionellen Lehrer Zeki Müller spielen. Mit Freude, wie er im Interview erzählt.

„Fack ju Göhte“ war ein Hit – wie groß war der Erfolgsdruck beim zweiten Teil?

Ich glaube, der Druck war vor allem bei unserem Regisseur und Drehbuchautor Bora, der überlegen musste, wie man so eine Geschichte, die ja eigentlich in sich abgeschlossen ist, weitererzählt. Der hat sich da echt Mühe gegeben. Und als er anrief und mir sagte: „Ich hab’ eine Idee, wie man das tun kann“, war mir klar: Das wird witzig. Wir hätten es nicht gemacht, wenn die Idee nicht gut gewesen wäre.

Die Pflichtfrage ist abgehakt, nun kommen wir zu den eigentlichen Fragen.

Ich hab keine Freundin! (Lacht.) Oder doch?

Die Nacktszene. War’s unangenehm?

Wir haben mit dem Team acht Wochen miteinander in Thailand verbracht, da hat man irgendwie keine Geheimnisse mehr voreinander. Es wurde glaube ich geguckt, dass keine Paparazzi vor der Tür sind. Aber ansonsten ist es doch nicht so schlimm, eine solche Szene zu drehen. Ich habe prinzipiell kein Problem mit Nacktheit.

Das Team ist in Thailand also noch mehr zusammengewachsen?

Ja, das war für uns auch so eine Art Klassenfahrt. Wir haben von früh bis spät aufeinandergesessen. Es war total harmonisch.

Der Inhalt des Films wurde wie ein Staatsgeheimnis gehütet. War es schwierig, nichts auszuplaudern?

Nee, überhaupt nicht. Der Arbeitstitel hieß „Off School“. Deshalb wusste nie jemand, dass wir das sind, wenn wir irgendwo aufgetaucht sind. Und im Ausland war es ohnehin kein Problem. Da waren fast nur Engländer – und die waren meistens betrunken. Dass wir da waren, hat die nicht gekümmert.

Durch die Werbung für den Film stehen Sie gerade wieder sehr im Rampenlicht. Nervt’s manchmal?

Unsere Mitarbeiterin Katja Kraft mit Elyas M'Barek.

Ich lasse momentan mehr Selfies machen als sonst. Und das hält doch immer ganz schön auf. Man will schnell irgendwohin, und dann dauert es natürlich, bis derjenige sein Handy aus der Tasche geholt hat, bis er diesen Umschaltmodus gefunden hat, um sich selbst fotografieren zu können. Dann geht der Blitz nicht. Dann muss der Kollege ran... Und du wolltest doch eigentlich nur schnell zur Post gehen. Da wünschst du dir dann manchmal jemanden, der das für dich erledigt. (Lacht.) Aber alles gut!

Werden Sie trotz aller Berühmtheit auch privat ins Kino gehen und den Film anschauen?

Ich glaube schon. Beim ersten Teil habe ich das mit Bora auch so gemacht. Da haben wir uns reingeschlichen und geguckt, ob die Leute auch wirklich lachen. Das war sehr lustig. Machen wir bestimmt wieder.

Sie sind in Deutschland sehr erfolgreich – kommt nun bald der Karrierestart im Ausland?

Nee, geplant ist da nichts. Aber ich habe nie was geplant. Ich freue mich über alles, was so kommt. Aber momentan steht das nicht zur Debatte. Ich wüsste auch gar nicht, was ich da sollte. Dann müsste ich ja wieder komplett von vorne anfangen. Das tue ich mir erstmal nicht an.

Bei der Premiere des ersten Films gab es ein Kreischkonzert von hunderten Mädels. Wie gehen Sie mit diesem Hype um? Nimmt man das ernst?

Nein, das darf man natürlich nicht ernst nehmen. Mir ist total klar, dass es in zwei Jahren wahrscheinlich schon ganz anders aussieht und dass dann nach jemand anderem gekreischt wird. Das darf man also alles nicht so sehr an sich ’ranlassen. Weil das einfach sehr absurd ist. Mit meinem Alltag hat dieser Hype nichts zu tun. Da kreischt Gott sei Dank keiner, wenn ich aus der Haustür rausgehe oder wenn ich den Müll runterbringe und meine Wäsche aufhänge. Es ist, so glaube ich, immer wichtig, dass das echte Leben im Vordergrund steht und nicht die Momente am roten Teppich. Wobei die auch sehr schön sind. (Lächelt.)

Das Gespräch führte Katja Kraft.

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