Entdeckung des Pygmäenstammes

- Die 55. Berlinale versucht den Spagat: Glamour, Stars und Unterhaltung auf der einen Seite, große Filmkunst mit politischem Anspruch auf der anderen Seite. Zur Eröffnung am Donnerstagabend will Festival-Direktor Dieter Kosslick (56) alles zusammenbringen. Auf dem Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz wird er die Hollywoodstars Joseph Fiennes ("Luther") und Kristin Scott Thomas ("Der englische Patient") begrüßen. Sie spielen in dem Abenteuerepos "Man to Man" des französischen Regisseurs Ré´gis Wargnier zwei Afrika-Forscher, die einen Pygmäenstamm entdecken.

<P>Mehr als 350 Filme</P><P>Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren insgesamt 21 Filme um den Goldenen Bären. Die Internationalen Filmfestspiele sind dieses Mal ein Festival der Superlative. Mehr als 350 Filme aus aller Welt werden bis zum 20. Februar in den verschiedenen Sektionen zu sehen sein, dazu kommen weitere 600 beim European Film Market für professionelle Einkäufer. Allein 3500 Journalisten haben sich für das neben Cannes und Venedig wichtigste Filmfestival der Welt akkreditiert.<BR><BR>Obwohl auffallend wenig amerikanische Blockbuster dabei sind, kann sich die Riege der Stars sehen lassen: Hollywoodgrößen wie Keanu Reeves, Will Smith, Anjelica Houston, Glenn Close, Kevin Spacey und Dennis Quaid werden ihre neuen Filme vorstellen. Europäische Filmlegenden wie Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Ian McKellen und Valeria Bruni-Tedeschi sind dabei. Und Popsänger George Michael zeigt einen Dokumentarfilm über sein Leben. Zur traditionellen "Cinema for Peace"-Gala kommen Susan Sarandon, Tim Robbins und Christopher Lee.<BR><BR>Auch die Deutschen sind wieder gut vertreten. In seinem vierten Jahr als Festivalchef hat Kosslick drei einheimische Produktionen in den Wettbewerb geholt. Mit Spannung wird "Sophie Scholl - Die letzten Tage" von Marc Rothemund erwartet. Der Film schildert die letzten Tage im Leben der 1943 hingerichteten Widerstandskämpferin und Mitbegründerin der "Weißen Rose". Christian Petzold ("Die innere Sicherheit") ist mit "Gespenster" dabei. Darin glaubt eine Französin, in einer Berliner Streunerin ihre einst entführte Tochter zu erkennen. Um ein Fußballspiel und Überfälle geht es in dem Episodenfilm "One Day in Europe" von Hannes Stöhr.<BR><BR>Politischer Schwerpunkt des Festivals ist Afrika. Im Wettbewerb laufen mit "Hotel Ruanda" von Terry George und "Sometimes in April" von Raoul Peck gleich zwei Filme über das Trauma des grausamen Völkermords in Ruanda. Auch das Thema Sexualität spielt eine große Rolle. Liam Neeson verkörpert in der US-Produktion "Kinsey" den Sexualforscher Alfred C. Kinsey. Der amerikanische Dokumentarfilm "Inside Deep Throat" zeigt die Entstehungsgeschichte des erfolgreichsten Pornofilms aller Zeiten.<BR><BR>Die französische Regisseurin Catherine Breillat hält im Talent Campus ein Seminar mit dem Titel "Directing Sex". Hollywoodstar Will Smith verhilft in "Hitch - Der Date Doktor" seinen Mitmenschen zum Liebesglück. Rekordhalter im Wettbewerb sind die Franzosen mit gleich fünf Filmen, darunter das neue Werk von Altmeister André Téchiné: "Les temps qui changent".</P><P>Internet: www.berlinale.de</P>

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