Tod während der Dreharbeiten

Traurige Wende in "Die Erfindung der Liebe"

Köln - Während des Drehs zu „Die Erfindung der Liebe“ starb Hauptdarstellerin Maria Kwiatkowsky. Ein Schock für alle. Regisseurin Lola Randl beschloss, trotzdem weiterzumachen.

Weitermachen. Nur nicht aufhören. Das schien das Motto der Regisseurin Lola Randl gewesen zu sein, nachdem während der Dreharbeiten zu „Die Erfindung der Liebe“ ihre Hauptdarstellerin Maria Kwiatkowsky überraschend starb. Normalerweise bedeutet ein solcher Schicksalsschlag das Aus. Das drohte auch hier, denn erst knapp die Hälfte des Films war im Kasten. Doch nach Pause und Schockstarre drehte Randl weiter. Allerdings einen anderen Film, über ein anderes Thema. Im Zentrum stand nun nicht mehr die Geschichte eines Paares, das ans Geld einer todkranken älteren Dame (Sunnyi Melles) kommen will, sondern genau das, was Randl und dem Team widerfuhr. „Die Erfindung der Liebe“ wurde zum Film über das Filmemachen und unterscheidet nicht mehr zwischen Spielfilmhandlung und Wirklichkeit. Die (fiktive) Crew dreht den Film fertig, eine Praktikantin soll den Part von Maria übernehmen: „Ist ja wurscht. Schauspieler kann jeder werden.“ Das stürzt nicht nur den Drehbuchautor in Nöte und die Regisseurin in Schwierigkeiten.

Im Handumdrehen wurde so aus der ursprünglichen, nicht allzu originellen Idee eine doppelbödige, sehr wahre Komödie über Illusion und Realität, über Eitelkeiten und Befindlichkeiten.

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © Filmfest Oldenburg

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