Die erfolgreichste Gruppe aller Zeiten

- So genannte Superstars hat es in der vergleichsweise kurzen Geschichte der Popmusik viele gegeben, aber die Anzahl der wahren Genies ist überschaubar. Berry Gordy gehört dazu. 1959 engagierte er die besten Jazz- und Blues-Musiker seiner Heimatstadt Detroit als Studioband: Die "Funk Brothers" schufen das, was heute als "Motown-Sound" bekannt ist. Junge schwarze Talente wie Marvin Gaye oder Stevie Wonder verfassten mit Hilfe von Gordy und den "Funk Brothers" eingängige, raffinierte Soul-Hymnen, die große Bands wie die Beatles oder die Rolling Stones beeinflussten. Die Aufnahmen der "Funk Brothers" ließen die meisten anderen Platten der frühen 60er langweilig oder dilettantisch klingen.

<P>Paul Justman erinnert in der Dokumentation "Standing in the Shadows of Motown" an die erfolgreichste Gruppe aller Zeiten, die mehr Nummer-1-Hits eingespielt hat als die Beatles, Elvis, die Stones und die Beach Boys zusammen. <BR><BR>Merkwürdigerweise blieben die "Funk Brothers" bis zur Auflösung 1972 fast unbekannt. In dem Film geben die noch lebenden Mitglieder der Gruppe nach 30 Jahren wieder ein Konzert. Diese Sequenzen sind das Herz der Dokumentation. Wie die schon reiferen Herrschaften das Publikum mitreißen und den unvergleichlich swingenden Sound wieder aufleben lassen, ist sensationell eingefangen. Zwischendrin wird, gleichsam als Verschnaufpause, mit Interviews und Archivaufnahmen der Aufstieg von "Motown" zum Quasi-Monopolisten für "schwarze" Musik rekonstruiert: nicht nur musikhistorisch faszinierend, sondern auch ein sozialgeschichtliches Dokument.<BR><BR>Als Komponisten und Instrumentalisten waren Künstler afro-amerikanischer Herkunft wohl gelitten, nicht aber als Interpreten. Insofern ist diese Erfolgsgeschichte auch die Chronik einer Befreiung von der aseptischen "weißen" Vorstellung von Entertainment. Umso deplatzierter wirken Szenen, in denen Ereignisse "nachgestellt" werden. Ein überflüssiger Wermutstropfen in einem gelungenen Film. </P><P>- läuft in hier im Kino<BR><BR>"Standing in the Shadows of Motown"<BR>Regie: Paul Justman<BR>Sehenswert </P>

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