Mann verletzt mit Messer mehrere Menschen am Rosenheimer Platz: Täter flüchtig

Mann verletzt mit Messer mehrere Menschen am Rosenheimer Platz: Täter flüchtig

Vor der Explosion

- Antares heißt ein hell strahlender Doppelstern, der 500 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Seine einzigartige Leuchtkraft wird zugleich sein baldiger Untergang sein. In absehbarer Zeit wird Antares, der hellste Himmelskörper im Sternbild des Skorpion, als Supernova explodieren. Da nichts in Götz Spielmanns exzellent komponiertem und ineinander geschachteltem Spielfilm gleichen Titels zufällig erscheint, besitzt auch diese Namensgleichheit Bedeutung:

Drei verschiedene Paare verfolgt der österreichische Regisseur mit der Kamera, und wie der Stern Antares stehen auch die Lebensläufe der sechs Menschen kurz vor einer einschneidenden Veränderung, vor einer Explosion oder Implosion ihres Daseins. Nichts wird danach mehr so sein wie zuvor. Ein wenig wie bei Schnitzler oder Horvá´th erscheinen Spielmanns desillusionierende Geschichten über die an den grausamen Banalitäten des täglichen Lebens verzweifelnden Biedermänner. Die Stadt Wien hat ihren hochglanzpolierten Charme verloren; Beton, Elend, Schmerz und Gewalt bestimmen die Liebe in dem anonymen Hochhaus, in dem alle Personen wohnen. Eine Krankenschwester (Petra Morzé) bricht aus der scheinbaren Idylle ihres Kleinfamiliendaseins aus, um sich tagelang mit einem zufällig getroffenen Arzt (Andreas Patton) in einem Hotelzimmer zu vergnügen. Eine eifersüchtige Supermarktverkäuferin erfindet eine Schwangerschaft, um ihren Freund enger an sich zu binden. Und das dritte Pärchen, eine allein erziehende Mutter und ein Immobilienmakler, befindet sich in einem ständigen Gefühls-Wechselbad aus übersteigerter Liebesbezeugung und Gewalt. Es ist ein kunstvoll gelegtes Mosaik des menschlichen Leidens, das Spielmann hier in entsättigten, tristen Farben auf die Leinwand bringt. Bemerkenswert ist vor allem, wie subtil sich der Erzählfluss dem jeweiligen Paar, seinen Gewohnheiten und seinem Niveau anpasst. Die drei locker miteinander verschränkten Episoden, die alle ein einziges Wochenende umfassen, erinnern thematisch und dramaturgisch vor allem zu Beginn deutlich an die frühen Filme Michael Hanekes. Hier wie dort ist das Kleinbürgertum in geistiger und emotionaler Leere erstarrt. Auch "Antares - Studien der Liebe" besticht durch Spielmanns erbarmungslose und gleichzeitig enorm distanzierte Präzision in der Inszenierung des Alltags. (In München: Atlantis.)>> alle Filme, alle Kinos auf einen Blick bei munich online 

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