Fechten fürs Vaterland

- Es gibt diesen alten Witz über die Großmutter, die für ihren Heidelbeerkuchen berühmt ist. Als sie im Sterben liegt, bestürmt sie die gesamte Familie, das Rezept zu verraten. Mit dem letzten Atemzug gibt sie das Geheimnis preis: zu wenig. Nach Genuss von "Die Legende des Zorro" wünschte man sich, die Verantwortlichen hätten von diesem Geheimrezept gehört.

Wie ein unsicherer Bäcker wirft Regisseur Martin Campbell von allem zu viel in einen Kessel Buntes, der trotz aller prächtigen Zutaten merkwürdig fade wirkt. Und das, obwohl Campbell eigentlich ein Routinier ist, der den ersten Teil "Die Maske des Zorro" mit der angenehmen Mischung aus Ironie und aufrichtiger Begeisterung für den Titelhelden zu einem Welterfolg gemacht hatte. In der Fortsetzung springt der Funke nicht über, obwohl es gelungen war, nach sieben Jahren Antonio Banderas wieder für die Titelrolle zu gewinnen.

Als maskierter Rächer kämpft er erneut für die Unterdrückten. Nur geht es diesmal nicht gegen spanische Willkür-Herrschaft, sondern gegen einen sinistren Geheimbund aus Europa, der 1850 verhindern möchte, dass Kalifornien der 31. Bundesstaat der Vereinigten Staaten wird. Warum das für die armen Bauern gut sein soll, wird nicht recht ersichtlich, aber Zorro stellt keine Fragen, sondern schwingt die Peitsche für das neue Vaterland.

Ein Rebell, der für Staatsraison eintritt, ist eine ziemlich merkwürdige Figur. Angesichts der Ansammlung von Klischees, Klamauk und schmierigem Pathos ist das freilich auch schon egal. Der Film treibt ohne rechten Sinn seinem müden Finale entgegen und gewinnt nur an Schwung, wenn Campbell mit gekonnt choreographierten Säbelduellen und spektakulären Verfolgungsjagden von der drögen Geschichte ablenkt. Ansonsten verlässt er sich auf die nach wie vor stimmende Chemie zwischen seinen Stars Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones, die als Herr und Frau Zorro mit Beziehungsproblemen zu kämpfen haben. Er will die Welt retten, sie will ein geregeltes Familienleben, so kommt es zum Ehekrach und gar zur Scheidung. Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, einen dritten Teil zu drehen.

(In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Royal, Münchner Freiheit, Autokino, Gabriel, Cinema i.O., Museum i.O.)

"Die Legende des Zorro"

mit Antonio Banderas, Catherine Zeta-Jones

Regie: Martin Campbell

Erträglich

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