Der Film zur Fußball-WM

- Amerikanische Sportarten wie etwa Baseball sind einfach kinotauglich. Jeder Wurf, jeder Schlag ist ein Drama für sich, der Fokus auf den einen Moment, der das Spiel entscheiden kann, gibt Filmen eine ideale Dramaturgie vor. Beim Volkssport der restlichen Weltbevölkerung sieht es nicht so gut aus: Fußball mit den vielen Beteiligten und mitunter langwierigen Spielzügen eignet sich nicht als Kinostoff. Dennoch versucht sich Danny Cannon an einem Fußball-Epos, das der Film zur Fußball-WM 2006 sein will. Als Trilogie angelegt, soll die Karriere eines Spielers verfolgt werden, die ausgerechnet in der Fußball-Diaspora USA beginnt.

Der mexikanische Migrant Santiago Munez (Kuno Becker) träumt von einer Karriere als Profi-Fußballer. Mit viel Glück verschlägt es ihn von Amerika nach England, wo er beim Spitzenclub Newcastle United landet und die raue Welt des Profisports kennenlernt. Da der Verein und der Weltverband FIFA das Projekt unterstützten, standen dem Regisseur alle Möglichkeiten offen, ein authentisches Bild des Fußballbetriebs zu zeichnen. Das Spiel selbst wird nur häppchenweise zelebriert, um es in der dramaturgischen Zuspitzung spektakulärer aussehen zu lassen, als es ist.

Die Handlung kreist eher um die Probleme abseits des Fußballplatzes, über weite Strecken ist das durchaus faszinierend. Die Geschichte aus der Sicht eines Anfängers zu erzählen, ist ein geschickter Schachzug, kann man so doch Außenstehenden das Thema näher bringen. Theoretisch jedenfalls, denn "Goal!" bleibt eine Angelegenheit für Eingeweihte.

(In München: Mathäser, Marmorhaus, Museum i.O.)

"Goal!"

mit Kuno Becker, Alessandro

Nivola

Regie: Danny Cannon

Annehmbar

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Filmkritik zu „Personal Shopper“: In der totalen Einsamkeit
München - Olivier Assayas „Personal Shopper“ lebt von dem Talent seiner Hauptdarstellerin und driftet nicht in eine Grusel-Persiflage ab.
Filmkritik zu „Personal Shopper“: In der totalen Einsamkeit
Filmkritik zu „Verborgene Schönheit“: Zu viel Pathos
München - David Frankels Drama „ Verborgene Schönheit“ setzt zu sehr auf Symbolik und ein allzu schöngefärbtes Happy End.
Filmkritik zu „Verborgene Schönheit“: Zu viel Pathos
Der schweigsame Onkel: Filmkritik zu „Manchester by the Sea“
München - „Manchester by the Sea“ trumpft vor allem im zwischenmenschlichen Bereich auf. Es geht um Verantwortung und Familie.
Der schweigsame Onkel: Filmkritik zu „Manchester by the Sea“
Satire auf selbstgefällige Frömmler - Filmkritik zu „Der die Zeichen liest“
München - Kirill Serebrennikov verfilmte mit „Der die Zeichen liest“ Marius von Mayenburgs Theaterstück „Märtyrer“. Hauptthema: Jugendliche und die Bibel.
Satire auf selbstgefällige Frömmler - Filmkritik zu „Der die Zeichen liest“

Kommentare