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Auch sie gehört zu den Schattenjägern: Im ersten Teil der Romanverfilmung „Chroniken der Unterwelt“ muss sich Clary (Lily Collins) an ihr neues Leben gewöhnen.

„Chroniken der Unterwelt – City of Bones“

Schattenjäger mit trockenem Humor

Dieser Film bietet reichlich Stoff für Action- und Fantasyfans: Die Romanverfilmung „Chroniken der Unterwelt – City of Bones“

Zombies? Die gibt es nicht. Die lebenden Toten gehören ins Reich der Fantasie. Vampire, Werwölfe, Dämonen, Feen und Hexenmeister hingegen sind so real wie Königsberger Klopse. Zumindest in Cassandra Clares literarischer Teenie-Monster-Romanze „Chroniken der Unterwelt“. Wer sich nun an die kreuzbiedere „Twilight“-Saga erinnert fühlt, liegt damit nicht falsch.

Zur Verteidigung der Autorin allerdings sei gesagt: Sie gilt eher als „Harry Potter“- und „Herr der Ringe“-Fan und bezeichnet sich selbst als Feministin. Wie die Figuren ihrer Vorbilder J. K. Rowling und J. R. R. Tolkien haben es Clares literarische Helden nun ins Kino geschafft. Nachdem bisher vor allem die kalifornischen Warner Bros. vom Fantasy-Boom der Jugend profitiert haben, macht sich nun die Münchner Filmfirma Constantin Hoffnung auf einen Leinwand-Hit.

Die Vorzeichen dafür stehen gut: Neben der obligaten Liebesgeschichte bietet Teil eins von Clares Saga, „City of Bones“, reichlich Material für Action- und Metzel-Fans. Denn die Schattenjäger – so etwas wie die Zauberer bei Potter und die Vampire in „Twilight“ – prügeln härter als Bud Spencer und Terence Hill. Als die Schülerin Clary (Lily Collins aus „Spieglein, Spieglein“) eines Tages von der Schule nach Hause kommt, die Wohnung verwüstet und von der Mutter (Lena Headey) verlassen findet, ahnt sie freilich noch nicht, dass auch sie aus einer Schattenjäger-Familie stammt. Freundlicherweise führt sie der schöne, androgyne und natürlich höchst ehrenhafte Jace (Jamie Campbell Bower, der schon in „Twilight“ und im letzten „Potter“-Film mitwirkte) in die Welt dieser Dämonen verfolgenden Halbengel ein. Es ist obsolet, nun die ganze Handlung zu erzählen, denn sie ähnelt der zahlreicher Fantasy-Geschichten.

Was „Chroniken der Unterwelt“ jedoch auszeichnet, ist der trockene Humor, der trotz Action, Grusel, Dramatik und einer augenzwinkernd überzeichneten Schnulzenszene immer wieder auftaucht. Die Gags braucht man auch, denn die Gewaltexzesse, die da regelmäßig – elegant choreographiert und mit hohem Ekelfaktor – über das Publikum hereinbrechen, können Zartbesaitete in die Knie zwingen. Nicht jeder Jugendliche verträgt so viel Terror, trotz eingeschobener zielgruppentauglicher Romanze.

Um die erwachsenere Fantasy-Klientel einzubinden, hat die Crew um Regisseur Harald Zwart für eine opulente Ausstattung gesorgt. Die mit tricktechnisch hohem Aufwand gezeichneten Szenerien können sich mit „Harry Potter“ messen, auch wenn Ahs und Ohs wohl ausbleiben werden. Der Zuschauer ist mittlerweile verwöhnt.

Zudem zehren die älteren Filmfans vom Kurzauftritt Lena Headeys und Jonathan Rhys Meyers’ abgeklärter Performance als Oberbösewicht. Eine wirklich generationenübergreifende Wuchtbrumme ist „Chroniken der Unterwelt“ dennoch nicht. So ertappt man sich dabei, bei einer leider nur angedeuteten heißblütigen Schwulenromanze mehr mitzufiebern, als dem zentralen Pärchen ihren Segen zu geben. (In München: Mathäser, Cinemaxx, Royal, Gloria, Autokino.)

Von Katrin Hildebrand

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