Filmbranche diskutiert über Förderung und Digitalisierung

München - Die geplante Novelle des Filmförderungsgesetzes (FFG) muss nach Ansicht von Bayerns Medienminister Eberhard Sinner (CSU) einen Schwerpunkt auf die Unterstützung der Kinos legen. Die Umrüstung zu digitaler Technik sei der größte Umbruch in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Filmindustrie, sagte Sinner am Samstag beim traditionellen CSU- Filmgespräch in München.

Unterstützung benötigten vor allem die kleinen Kinos. Bayern habe bereits Vorsorge getroffen und sich mit Rückstellungen in Höhe von rund 800 000 Euro ein "digitales Sparschwein" zugelegt, um das Überleben der Filmtheater zu sichern.

Der Vorsitzende des Hauptverbandes der Deutschen Filmtheater (HDF Kino), Thomas Negele, unterstützte Sinners Anliegen. Gleichzeitig forderte er eine bessere Vermarktung. Die Zeitungen könnten dies angesichts der vielen neuen Filme nicht mehr leisten, da sie dafür gar nicht ausreichend Seiten zur Verfügung hätten. So seien allein im vergangenen Jahr 487 neue Filme herausgekommen.

Der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks und ARD-Filmintendant, Udo Reiter, versprach eine weitere Beteiligung an der Filmförderung. Auch ein Ausbau sei denkbar, etwa über Marketing für neue Filme. "Der nationale Film und seine Förderung haben einen hohen Stellenwert; es gibt überhaupt keine Absetzungstendenzen in diese Richtung", sagte Reiter. Dennoch habe die Ausstrahlung von Kinofilmen nicht mehr dieselbe Bedeutung wie früher. Die Zuschauer hätten die meisten Filme bereits gesehen. Zum anderen müssten die Sender für den Einkauf internationaler Filmproduktionen mehr bezahlen. Als Konsequenz wollten sich die öffentlich-rechtlichen Sender mehr in Deutschland engagieren und auch die Produktion eigener Filme stärken.

In diesem Jahr haben vor allem Filme wie "I am Legend" mit Will Smith zum Jahresanfang für volle Häuser gesorgt. "Die ersten zwei Wochen dieses Jahres waren im Kino gut", sagte der Geschäftsführer des FilmFernsehFonds (FFF) Bayern, Klaus Schaefer. 4,8 Millionen Besucher zählten die Kinos in dieser Zeit und damit Schaefer zufolge 15 Prozent mehr als im selben Vorjahreszeitraum.

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