Filmfest: Talk im Gasteig-Foyer

- Mit einem barocken Gemälde beginnt am Freitag das 22. Filmfest München, mit einer glanzvollen Kombination aus Licht und Schatten. "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" ist der Eröffnungsfilm, ein Kostümschinken über die Entstehung von Jan Vermeer van Delfts Gemälde "Frau mit Perle", mit Scarlett Johanson als Hausmagd und Modell. Regisseur Peter Webber kann man am Samstag ein weiteres Mal erleben, auf dem Podium beim "Talk am Abend", einer Reihe von Gesprächen mit Filmemachern. Die neue Veranstaltung ist täglich im Gasteigfoyer und könnte sich als schöne Möglichkeit erweisen, Publikum und Filmemacher zusammenzubringen. Am 30. Juni sind die Kaurismäki-Brüder zu Gast, denen die Retrospektive gewidmet ist, und man kann sich freuen auf einen finnischen Abend mit ebensolchem Humor. Als Weltpremiere im Programm ist auch Mika Kaurismäkis Werk "Honey Baby", ein abgefahrener Road-Movie. In der Rolle eines deutschen Geschäftsmannes: Helmut Berger.

<P>Preis für Schlöndorff</P><P>Ebenfalls zu Gast sind Alan Parker, der den Cine Merit Award erhält, und Volker Schlöndorff. Dessen neues Opus "Der neunte Tag" wird mit dem Bernhard-Wicki-Preis ausgezeichnet und jetzt schon mit derartigem Lob überschüttet, dass man eigentlich skeptisch werden muss. In Cannes jedenfalls musste er einem anderen deutschen Film den Vortritt lassen: Hans Weingartners "Die fetten Jahre sind vorbei" ist die große Hoffnung des jungen deutschen Films.<BR><BR>Auch in München wird er wohl seine Lorbeeren davontragen, wenn man die Nominierungen für den Förderpreis Deutscher Film, der immer zur Zeit des Filmfests vergeben wird, sieht. Dreimal ist Weingartners Werk vorgeschlagen: für die Regie, außerdem die beiden Hauptdarsteller Julia Jentsch und Stipe Erceg. Auch gut im Rennen liegt Marco Kreuzpaintners "Sommersturm", die Coming-Out-Geschichte eines jungen Ruderers. Die dritte Regienominierung hat "Close" von Marcus Lenz erhalten. Soweit die Vorschläge der Auswahlkommission, die Preise wird eine Jury vergeben: Schauspielerin Sophie von Kessel, Kritiker Michael Althen und Regisseur Hans-Christian Schmid.<BR>Ralf Heußinger</P><P>Infos und Karten unter www.filmfest-muenchen.de</P>

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