Französische Schauspielerin Danielle Darrieux gestorben

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Filmfestspiele: Glanzlichter aus Amerika

Venedig - Eine "außergewöhnliche Mostra" soll es werden, versprechen die Veranstalter. Kein Wunder: Die Filmfestspiele von Venedig, die heute beginnen, werden 75 Jahre alt.

Mit Glanz, Star-Glamour und vielen wunderbaren Filmen soll gefeiert werden. Dazu bietet "La Mostra" (Die Schau), wie die Festspiele kurz und bündig genannt werden, ein Programm, in dem Angloamerikanisches stärker denn je dominiert. Allein 19 der 57 Filme im offiziellen Programm sind US-amerikanisch, weitere sieben kommen aus Großbritannien. Allerdings habe er noch nie so viele US-Filme gesehen, die durch aktuelle Themen glänzen, verteidigt Festivalleiter Marco Müller diese Einseitigkeit. Zwei Werke haben den Irak-Krieg zum Thema: "In the Valley of Eliah" von Paul Haggis und "Redacted" von Brian De Palma.

Für Müller sind 15 US-Weltpremieren "der Beweis, dass Venedig eine Pflichtveranstaltung" des internationalen Kino sei. Von der Papierform her lässt der Wettbewerb, bei dem in den kommenden elf Tagen eine aus Regisseuren zusammengesetzte Jury um den Präsidenten Zhang Yimou ("Rote Laternen") den Goldenen Löwen vergeben wird, viele Glanzlichter erhoffen: Zur Eröffnung läuft der englische Film "Atonement" von Joe Wright, der zuletzt mit "Pride & Prejudice" Erfolg hatte. Vanessa Redgrave und Keira Knightley spielen die Hauptrollen in diesem Kostümdrama um Gefühlwirren zur Zeit des Faschismus.

Mit besonderer Spannung erwartet wird das neue Opus des 87-jährigen Eric Rohmer, auch Filme von Ken Loach, Kenneth Branagh, Nikita Mikhalkov und Ang Lee lassen große Kunst erwarten.

Der vielversprechendste Neuling ist Abdellatif Kechiche, der mit "L'Esquive" internationale Preise gewonnen hatte. Mit Youssef Chahine ist ein zweiter Algerienfranzose im Wettbewerb. Außer Konkurrenz laufen unter anderem die neuen Filme von Altmeistern wie Woody Allen, Claude Chabrol und Takeshi Kitano.

Und auch Müllers Spezialität, einen "Überraschungsfilm" im Wettbewerb, gibt es wieder. Mag diese pseudoskandalöse Präsentation auch wie ein Marketing-Mätzchen des italienischen Billigfernsehens wirken, muss man ihn doch anschauen: In den letzten Jahren gewannen diese Beiträge stets Preise, zuletzt sogar der Chinese Jia Zhang-ke den Goldenen Löwen.

40 Jahre nach der Premiere von Sergio Leones "Für eine Handvoll Dollar" zeigt die Retrospektive, die jedes Jahr Kapitel der "geheimen Geschichte des italienischen Kinos" präsentiert, 32 Beispiele des "Spaghetti-Western", der nicht nur das europäische Kino stark beeinflusste - vielleicht liefert dieser distanzierte, oft desillusionierte Blick europäischer Regisseure auf Amerikas Gründungsmythen sogar einen ungewollt versteckten Kommentar zur diesjährigen US-Dominanz.

Daneben werden drei verdiente Regisseure mit Galaveranstaltungen geehrt: Bernardo Bertolucci, Tim Burton und Alexander Kluge. Während der Glanz der Vergangenheit noch gefeiert wird, denkt man auch an die Zukunft, und diskutiert in der Lagunenstadt über das Dauerthema eines neuen Festivalpalasts. Jetzt soll es wirklich so weit sein, heißt es mal wieder, in zwei Jahren schon. "Oder in drei." Venedig ist zeitlos.

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