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An ihr liegt’s nicht: Johanna Wokalek versucht alles, um der „Päpstin“ wenigstens ein bisschen Substanz einzuhauchen.

Filmkritik: Das ist die Päpstin

München - Vergeigt. Buchstäblich. Die penetrante Musikberieselung stört am meisten an dieser „Päpstin“ von Sönke Wortmann. Die Filmkritik und der Trailer zur Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers.

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Die Päpstin - Verfilmung des Bestsellers

Als ob der Regisseur seinen Schauspielern nichts zutrauen würde, deckt er jeden Moment dieser schief geratenen Bestseller-Adaption mit einem mal betörenden, mal verstörenden Klangteppich zu. Da dröhnt es dumpf und drohend und mag gar nicht mehr enden, wenn die barbarischen Normannen die Zwangshochzeit der Heroine Johanna in ein Schlachtfest verwandeln. Überall schrammeln die Bratschen und zirpen die Geigen und doch will der Funke nicht überspringen.

An einem zu knapp arrangierten Soundtrack kann es jedenfalls nicht liegen. Eher am geschwätzigen Drehbuch, das sich zu sehr darauf konzentriert, die Ereignisse des Buches von Donna W. Cross brav und in aller Ausführlichkeit nachzubuchstabieren. Der überflüssige Off-Erzähler, auch in diesem Fall wieder Indiz einer missglückten Literaturverfilmung, plappert zusätzlich dazwischen, muss sogar Emotionen erklären, die diese biedere Telekolleg-Inszenierung nicht abzubilden weiß. An der Titelheldin kann es nicht liegen: Johanna Wokalek, die der erwachsenen Johanna ihr schönes, schmales Gesicht leiht, versucht so angestrengt wie möglich, wenigstens einen Hauch von Substanz in ihre Rolle hineinzuwirken. Ähnlich mühen sich John Goodman als Papst und David Wenham als Graf Gerold ab. Vergebens. Denn an psychologischer Tiefe ist dieses bombastische, nach allen Regeln der Kunst üppigst ausgestattete Leinwandspektakel gar nicht interessiert.

Die Päpstin - Bilder zum Film

Die Päpstin: Das Leben einer außergewöhnlichen Frau

Der ganze 150 Minuten währende Bilderrausch wirkt wie eine in Schweinsleder gebundene Kinderbibel, so naiv, klischeeüberladen und simpel wird über die heidnischen Götter der Germanen und den christlichen Glauben referiert. Ach ja, um die Emanzipation geht es auch noch, wie ein vollkommen unzeitgemäßer, viel zu heutiger Dialog zwischen der Päpstin und ihrem Liebhaber Gerold belegen soll.

Nach einer Weile entsteht der Eindruck, dass Wortmann vor lauter akribischer Recherche und Kampfszenen-Arrangieren aus den Augen verlor, was er eigentlich in den Vordergrund stellen wollte: die unerhörte mittelalterliche Emanzipationsgeschichte?

Das Versteckspiel der Frau inmitten einer Männerwelt? Oder etwa das Liebesdrama eines verheirateten Mannes mit seiner Schutzbefohlenen?

Jenseits des Schlachtengetümmels mit seinen ansehnlichen Aufstellungen liefern sich die Figuren nur papiererne Scheingefechte. Alle agieren als Typen vom Reißbrett, ohne privaten Atem, ohne überraschende Wendung. Dafür stammt jede Kutte frisch vom Schneider, der Brokat prangt im Lateran ebenso prächtig wie die Ekzeme in den Gesichtern der armen Bauern aus dem Frankenreich. Dazu wird geredet, geredet, geredet. Alles wird erklärt und mit überdeutlicher Symbolik beladen, nichts bleibt der Phantasie überlassen. Lieber noch mal das Buch lesen.

von Ulrike Frick

„Die Päpstin“

mit Johanna Wokalek

Regie: Sönke Wortmann

Erträglich - 2 Sterne

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