Filmkritik

"Liebe auf den ersten Schlag": Flirrend-poetische Bilder

„Liebe auf den ersten Schlag“: Schluffi trifft auf knallharte Kämpferin.

Boy meets Girl – die älteste Geschichte der Welt. Doch hier herrscht nicht die traditionelle Rollenverteilung: Der Junge ist ein schüchterner Schreiner-Schluffi, das Mädchen eine kratzbürstige, knallharte Kämpferin. Arnaud versucht, die Tischlerei seines verstorbenen Vaters vor dem Bankrott zu retten. Madeleine zieht ein gnadenloses Überlebenstraining durch, um sich für die drohende globale Katastrophe zu wappnen. Als sie in sein Leben knallt, verliebt er sich Hals über Kopf und folgt ihr in ein Feriencamp der Armee. Beim Nahkampf-Training kommen sich die beiden näher als gedacht. Gemeinsam sind sie stark – und das müssen sie auch sein, denn bald geht es für Madeleine und Arnaud tatsächlich ums Überleben.

Sein Film sei eine sonderbare Mischung aus „Casablanca“ und „Rambo“, sagt Autor und Regisseur Thomas Cailley – und das trifft es ziemlich gut, denn dieser originelle Genre-Mix passt tatsächlich in keine Schublade, entwickelt aber einen ganz eigenen Charme. Cailley hat sein zeitweise etwas unentschlossen mäanderndes Regiedebüt in seiner Heimat Aquitanien gedreht, mit einem Elektro-Pop-Soundtrack unterlegt und mit viel lakonischem Humor gewürzt. Vor allem aber lebt die in flirrend-poetischen Bildern erzählte, erfrischend unschmalzige Liebesgeschichte von den hinreißenden Hauptdarstellern Adèle Haenel und Kévin Azaïs, die beide zu Recht mit einem César ausgezeichnet wurden.

Marco Schmidt 

„Liebe auf den ersten Schlag“

Darsteller: Adèle Haenel, Kévin Azaïs

Regie: Thomas Cailley

Laufzeit: 98 Minuten

Rubriklistenbild: © Tiberius Film/dpa

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