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Die "Minions": Auf der Suche nach dem Superschurken

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Die „Minions“ bieten sympathischen, harmlosen Spaß und bedienen sich bei einschlägigen Agenten-Thrillern

Die Minions gab es schon immer. Das belegt dieser liebenswerte Animationsfilm zweifelsfrei: Noch vor den Dinosauriern oder den Steinzeitmenschen bevölkerten diese ein- oder mehräugigen, aber unbedingt bebrillten Wesen unseren Planeten. Der breiten Öffentlichkeit offenbarten sie sich erstmals 2010 im Animationsfilm „Ich – Einfach unverbesserlich“ sowie drei Jahre später in der gleichnamigen Fortsetzung. Dort erwiesen sie sich als treue Gefährten ihres Meisters Gru, dem ehemals bösesten Bösewicht aller Zeiten, der im zweiten Teil sein goldenes Herz entdeckte. Nach den „Pinguinen aus Madagascar“ erhalten mit den „Minions“ nun zum zweiten Mal die eigentlich nur als „Sidekicks“ gedachten aber immens beliebten Nebenfiguren einer animierten Produktion einen eigenen Film.

Mit „Minions“ erzählen Kyle Balda und Pierre Coffin, die Erfinder der kleinen gelben Männchen, jetzt sozusagen die „Episode 1“ zu „Ich – Einfach unverbesserlich“: Der melancholische Einzelgänger Gru ist noch nicht auf der Bildfläche erschienen, und die Minions suchen nach einem Superschurken, dem sie sich hingebungsvoll anschließen dürfen. Wieso, weshalb und warum sich diese kleinen, in einer an Spanisch erinnernden Fantasiesprache redenden Winzlinge so verhalten, wird wenigstens ansatzweise geklärt. Mit viel Liebe zum Detail zeigt „Minions“ die rasant bebilderte Suche dieser Wesen nach ihrem „Boss“. Diese unermüdliche Suche führt sie rund um den Globus bis zum Buckingham Palace nach London. Dort wollen sie mit der fiesen Scarlet Overkill der ahnungslosen Queen die Kronjuwelen mopsen.

Balda und Coffin bedienen sich für ihren sympathisch-harmlosen Spaß großzügig bei einschlägigen Agenten- und Meisterdieb-Thrillern. Die zahlreichen, sehr originellen Parallelen zu Ereignissen der Popkultur und Zeitgeschichte dürften Kindern kaum auffallen – den Erwachsenen bereiten sie auf alle Fälle viel Spaß.

von Ulrike Frick

„Minions“

Regie: Kyle Balda, Pierre Coffin

Laufzeit: 91 Minuten

Rubriklistenbild: © Universal

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