+
Ana (Diana Cavallioti), die unter Panikattacken leidet, durchlebt eine schwierige Liebesgeschichte.

Kluges Beziehungsdrama

Filmkritik zu „Ana, mon amour“: In der Krise

  • schließen

Calin Peter Netzers kluges Beziehungsdrama „Ana, mon amour“ sieht auf den ersten Blick langweilig aus, ist es aber nicht. Der Regisseur karikiert soziale Rollen, arbeitet mit Übertreibungen, Ironie und Brüchen. 

Paarbeziehungen sind oft voller Neurosen, Projektionen und Mythen. Nicht, dass alle anderen menschlichen Beziehungen frei davon wären. Das Du wird zum Liebhaber, Kumpel, Psychotherapeuten, Retter in der Not, Mutter, Vater, Kind und Versorger. Der rumänische Regisseur Calin Peter Netzer legt mit „Ana, mon amour“ nun ein klassisches Beziehungsdrama vor. Es basiert auf einem Roman Cezar Paul-Badescus und scheint sich des oben genannten Problems bewusst: Zwei Stunden lang gehen die Protagonisten Ana (Diana Cavallioti) und Toma (Mircea Postelnicu) einander auf die Nerven. Er ist ein Bürgersöhnchen mit Helfersyndrom, sie ein Hascherl aus schwierigen Verhältnissen, das unter Panikattacken leidet. Sie verlieben sich, bekommen ein Kind, heiraten, taumeln von einer Krise in die nächste.

All das klingt erst mal stinklangweilig: immer dieselben Menschen, viele Großaufnahmen, Gesichter, viel Kammerspiel und Sex. Doch macht Netzer schon in der ersten Szene klar, dass er das Leid der Figuren nicht nur abbildet und verdoppelt wie viele andere Filmemacher. Während Ana und Toma in der Studentenbude unbeholfen flirten, stöhnen die Nachbarn ungeniert beim Sex. Der Regisseur karikiert soziale Rollen, arbeitet mit Übertreibungen, Ironie und Brüchen. Immer wieder legen die Personen ihre unbewussten Verhaltensmuster offen. Der Zuschauer kann in ihnen lesen. Doch trotz all der Scheußlichkeiten gibt es Hoffnung. „Ana, mon amour“ bekennt sich zur Psychoanalyse und erörtert sie als Chance für ein menschliches Miteinander. Das klingt altmodisch, ist aber progressiv.

„Ana, mon Amour“

mit Diana Cavallioti,
Mircea Postelnicu

Regie: Calin Peter Netzer

Laufzeit: 125 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie sichBeziehungsdramen gerne im Theater anschauen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Star Wars 8 startet am 14. Dezember: Danach weitere Weltraum-Saga geplant
Die Macht ist mit uns - und bis Episode 8, "Die letzten Jedi", in die Kinos kommt, dauert es gar nicht mehr so lange. Wir verraten schon jetzt Spoiler und Gerüchte zu …
Star Wars 8 startet am 14. Dezember: Danach weitere Weltraum-Saga geplant

Kommentare