Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich

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Der fliegende Pizzafahrer

- Spider-Man ist der pubertierende Junge unter den Comic-Superhelden. Kein melancholischer Millionär wie Batman, kein Wesen vom anderen Stern wie Superman, sondern einer mit Pickeln, Hornbrille und Angst vor Mädchen. Im ersten Teil wurde erzählt, wie aus dem Langweiler Peter Parker ein Spinnenmensch im Dienst der Menschheit wird. So sympathisch dieser Held in Gestalt von Tobey Maguire war, so waren doch die Fans von Sam Raimi auch enttäuscht, vermissten die Düsternis, für die der Regisseur bekannt war.

<P>In "Spider-Man 2" findet Raimi nun zu diesen Wurzeln zurück. Ironisch der Anfang: Da versucht Parker ein ganz normales Leben als Student, der nebenbei als Pizzafahrer jobbt - und sich schon mal als Spider-Man durch die Straßenschluchten schwingt, um die Pizza rechtzeitig zum Kunden zu bringen. Immer wieder kommt ihm die Heldenrolle dazwischen. Er muss Kinder retten und Verbrecher jagen, daher kann er nicht leben wie alle anderen. Und er will sich seiner Angebeteten Mary Jane (Kirsten Dunst) nicht offenbaren, um sie nicht zu gefährden. Nun will sie einen farblosen Schönling heiraten. Doch erst als der Schurke auf den Plan tritt, löst sich Spider-Mans Identitätskrise: Die Gefährdung der Traumfrau weckt verborgene Kräfte.<BR><BR>Alfred Molina spielt Doc Ock, einen Wissenschaftler, der durch ein fehlgeschlagenes Experiment mit einer Maschine verschmilzt. Als Octopus-ähnlicher Maschinenmensch kämpft er wie sein Spiegelbild Parker mit zwei Identitäten. In dieser Figur mit ihren vielen Greifarmen kommt der Film wieder bei Sam Raimis frühen Horror-Erfahrungen an: fantasievoll, dunkel, obsessiv - großartig.<BR><BR>"Spider-Man 2" steigert sich zum großen Finale. Auch diesmal erzählt der Film einerseits seine Story geradlinig und cool, andererseits knüpft er unabgeschlossene Erzählstränge des ersten Teils weiter und verweist in manchem bereits auf den dritten Teil: Kino als unendliche Geschichte. Durfte Parker/ Spider-Man im ersten Teil seine Freundin immerhin küssen, darf er nun noch weit mehr: Er offenbart ihr sein wahres Ich. Man möchte gar nicht wissen, was da im dritten Teil wohl noch hinzukommt . . . </P><P>(In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Royal, Leopold, Münchner Freiheit, Kino Solln, Cinema i.O., Museum i.O.)<BR><BR>"Spider-Man 2"<BR>mit Tobey Maguire, Kirsten Dunst<BR>Regie: Sam Raimi<BR>Sehenswert<BR></P>

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