Florian Henckel von Donnersmarck und Mühe erhalten Friedenspreis

- München - Für das Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" sind der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck und der Schauspieler Ulrich Mühe mit dem Friedenspreis des Deutschen Films geehrt worden.

Sie nahmen den Bernhard-Wicki-Filmpreis "Die Brücke" am Donnerstagabend auf dem Münchner Filmfest entgegen. Der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher sagte in seiner Laudatio, Henckel von Donnersmarck lege unbestechlich offen, wie Diktatur sich anfühle. Dies sei gerade jetzt sehr wichtig, wo die DDR-Nostalgie beginne, "wie ein geschichtlicher Weichspüler" zu wirken. "Der Film ist so ergreifend, weil er so menschlich ist", sagte Genscher vor der Übergabe des mit 10 000 Euro dotierten Regiepreises.

"Das Leben der Anderen" erzählt die Geschichte des linientreuen Stasi-Hauptmannes Gerd Wiesler, der während der Überwachung eines Künstlerpaares am Machtapparat der DDR zu zweifeln beginnt. Henckel von Donnersmarck zeigte sich bei der Preisverleihung sehr gerührt. In seinem Film habe er zeigen wollen, dass gesellschaftliche Veränderungen nur durch "starke Individuen" möglich seien, sagte der Jungregisseur, der für sein Spielfilmdebüt bereits zahlreiche Preise erhalten hat.

Mühe wurde für seine Rolle des Stasi-Hauptmannes Wiesler ausgezeichnet. Der mit 3000 Euro dotierte Preis für Mühe sei eine große Ausnahme, betonte der Bernhard-Wicki-Gedächtnisfonds. Der Friedenspreis im Gedenken an den Filmemacher Bernhard Wicki ("Das Spinnennetz") wurde 2002 zum ersten Mal vergeben. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Marc Rothemund ("Sophie Scholl - Die letzten Tage") und Volker Schlöndorff ("Der neunte Tag").

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