Francis Ford Coppola: "Gehirnwäsche durch das Fernsehen"

New York - Die amerikanische Filmindustrie meidet nach Ansicht von Meisterregisseur Francis Ford Coppola ("Apokalypse Now") jedes Risiko und setzt fast nur auf flaches Mainstream-Kino. Dabei gebe es es genug Talente, um interessante und anspruchsvollere Filme zu drehen, sagte der Regisseur in einem Interview mit dem Filmfachblatt "Hollywood Reporter" (Montag).

Die großen Produktionsstudios stehen laut Coppola im Weg. "Die Öffentlichkeit war in den vergangenen 40 Jahren eindeutig einer Gehirnwäsche durch das Fernsehen ausgesetzt. Hollywood eifert dem mit Filmen nach, die keine Gedanken produzieren, die alle ähnlich sind, die kein Risiko eingehen", kritisierte der 68-jährige Filmemacher. Er liebe unterhaltsame Filme, aber es sei auch Platz für eine Menge andere Film-Typen. "Man kann im Kino den ganzen Abend lachen, aber man kann auch am Abend nach Hause kommen und darüber nachdenken, was der Film einen über das zeitgenössische Leben erzählt hat. Keiner erwartet von einem Dichter, immer dasselbe Gedicht zu schreiben, nur weil es leicht zu verstehen ist", so Coppola.

dpa

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