"Wo ist Fred?" - Heuchelei um Behinderte

- Fred ist ein bodenständiger, liebenswerter Kerl. Tagsüber arbeitet er auf dem Bau, abends führt er seine Freundin Mara (Anja Kling) gerne mal schick aus. Demnächst wird geheiratet. Alles prima, scheint es. Wäre da nicht Maras pubertierender, ungezogener und übergewichtiger Sohn Linus (Ramon Julia König).

Um ihn für sich zu gewinnen, verspricht Fred (Til Schweiger), ihm einen von seinem Lieblings-Basketballstar signierten Ball zu ergattern. Derlei Geschenke macht der allerdings nur den Fans auf der Behindertentribüne. Somit nimmt das Chaos seinen Lauf. Regisseur Anno Saul, der sich mit gelungenen Komödien einen Namen machen konnte, hat seinen guten Ruf mit diesem Film verspielt.

Bekannte Gesichter wie Til Schweiger, Alexandra Maria Lara oder Jürgen Vogel wurden engagiert. Flugs schnitt man die Story, die in den USA abgelehnt worden war, auf hiesige Verhältnisse um, und fertig war die lieblos zurechtgebastelte Komödien-Einheitsware. Die steril aneinandergereihten Blödeleien, die sich gerne auf Regionen unterhalb der Gürtellinie beziehen, sind schon grenzwertig.

Wirklich ärgerlich ist aber die scheinheilige Verlogenheit, mit der Saul angeblich eine Lanze für den respektvolleren Umgang mit Behinderten in unserer Gesellschaft bricht.

"Wo ist Fred?"

mit Til Schweiger, Anja Kling

Regie: Anno Saul

Unerträglich

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