Erdogan erleidet Schwächeanfall bei Gebet

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Fürs Leben gezeichnet

- Ugur Yücel ist in der Türkei ein bekannter Mann: Schauspielstar, Performancekünstler und Regisseur. Mit dem eindringlichen Antikriegsdrama "Kopf oder Zahl" hat Yücel nun viel Mut bewiesen. Denn dass sein aktueller Spielfilm auch von Regierungsseite in der Heimat positiv aufgenommen wurde, ist nicht selbstverständlich angesichts der drastischen Bilder und der schonungslosen Kritik an der türkischen Kurden-Politik.

Ridvan (Olgun Simsek) aus Kappadokien und Cevher (Kenan Imirzalioglu) aus Istanbul werden 1999 zum Militärdienst eingezogen und kämpfen gegen die kurdischen Rebellen in Südostanatolien. Als sie vom Krieg heimkehren, sind beide fürs Leben gezeichnet: Ridvan, der Profi-Fußballer werden wollte, hat ein Bein verloren und gilt dieser Behinderung wegen in seinem Dorf nun als nicht ernst zu nehmender Krüppel. Cevher ist beinahe taub und wird im Alltag ständig von Albträumen heimgesucht. Als ein Erdbeben seine Familie und seinen mühsam aufgebauten Kiosk zerstört, gerät er rasch auf die schiefe Bahn und wird zum Mafiakiller. 

Yücel erzählt von zwei Menschen, deren Leben durch den Krieg unwiderruflich zerstört wurde. Für diese persönlichen Dramen findet er starke Momente in seinem sehr melancholischen Film, der den zwei Helden keine Erlösung bietet, die Grausamkeiten des Krieges schildert in blutrünstigen Gefechten, sondern ganz schlicht und dadurch umso wirkungsvoller in den entsetzten, von Schmerz verzerrten Gesichtern seiner Figuren. In quälend langen, distanzlosen Einstellungen zeigt er das Leid der beiden Kriegsversehrten, die nach dem Ende der Kampfhandlungen allmählich zugrunde gehen an dem, was sie erlebt haben.

(In München: Atlantis, Maxim i.O.).

"Kopf oder Zahl"

mit Olgun Simsek, Kenan Imirzagliolu

Regie:Ugur Yücel

Sehenswert

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