Gefährliche Gerüchte

- Seit Jahrzehnten kommt regelmäßig eine neue Welle von so genannten Slasher-Filmen in die Kinos. Werke also, in denen ein Serienmörder, in der Regel geisteskrank, bevorzugt vorlaute Teenager vom Leben in den Tod befördert. Je blutiger, desto besser. Denn alle paar Jahre ist eine neue Generation von eben diesen vorlauten Jugendlichen herangewachsen, die das auf der Leinwand sehen möchte und die älteren Filme gar nicht mehr kennt. "Cry-Wolf" also ist die allerneueste Variante des Schlitzerfilms und erstaunlich unoriginell.

Nachdem in der Nähe einer Uni eine Leiche gefunden wird, will sich ein Student einen Spaß machen und verbreitet im Internet die Meldung, bei dem Opfer handele es sich nur um eines von vielen des psychopathischen Killers Cry Wolf. Dazu denkt er sich einige groteske Geschichten über weitere Taten des Cry Wolfs aus und hat seine Freude daran, wie die Gerüchte rasend schnell die Runde machen. Nur taucht dann wie aus dem Nichts tatsächlich jemand auf, der genau jene Morde begeht, die der Spaßvogel erfunden hatte.

Im Folgenden passiert das Übliche. Bemerkenswert leichtsinnige junge Menschen begeben sich in gefährliche Situationen und kommen darin um. Mehr haben sich die Autoren nicht einfallen lassen, das reicht: Der Streifen ist solide den Gesetzen des Genres entsprechend inszeniert. Diese Art von Filmen finden ihr Publikum. Seit Jahrzehnten.

(In München: Mathäser, Marmorhaus, Museumslichtspiele i.O., Forum.)

"Cry-Wolf"

mit Julian Morris, Jon Bon Jovi

Regie: Jeff Wadlow

Erträglich

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