Geld oder Erinnerung

- Seit gut 20 Jahren ist Philip K. Dick eine fruchtbare Inspirationsquelle für das Kino. Die faszinierenden Plots der Romane des US-Science-Fiction-Autors haben bereits eine Reihe wichtiger Filme inspiriert, etwa "Blade Runner"(1981). Nun also "Paycheck": der Mann ohne Gedächtnis. Seinen besonderen Dreh erhält das Thema, weil es einmal anders herum gedreht wird. Michael Jennings (Ben Affleck) gibt seine Erinnerungen absichtlich auf _ im Tausch gegen viel Geld. Der Gedächtnisverlust ist eine Sicherheit für seine Arbeitgeber, dass der Erfinder sein Wissen nicht an die Konkurrenz ausplaudert.

<P>Nach einem besonders komplizierten Auftrag findet er sich in einer fatalen Situation wieder: Das Geld ist weg. Ganz allmählich kommt er dahinter, dass er eine dämonische Maschine erfunden hat, mit der man die Zukunft vorhersagen kann. Und nun wird er von zwei Seiten, den Guten und den Bösen, gejagt. Ein solider Thriller entwickelt sich. Doch Ben Affleck nimmt den genialen Wissenschaftler kaum einer ab.</P><P>Auch John Woo hat seine besten Zeiten hinter sich. Seit dem Meisterwerk "Face/Off" (1995) ist dem vor zehn Jahren nach Hollywood gegangenen Hongkong-Regiestar kein Film mehr wirklich geglückt. Auch "Paycheck" hat zwar schöne Bilder, ist ein anständiger, cool und dynamisch inszenierter Thriller, doch fehlt ihm jenes gewisse Etwas, dass Woos Filme früher über den Durchschnitt heraushob. Bevor die Kraft der Liebe (Uma Thurman) den Helden sein Abenteuer erfolgreich bestehen lässt, gibt es für Science-Fiction-Begeisterte ein paar Kopfnüsse zu knacken, und für Woo-Fans nette Anspielungen. (In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Autokino, Cinema und Museum i. O.)</P><P>"Paycheck"<BR>mit Ben Affleck, Uma Thurman<BR>Regie: John Woo<BR>Annehmbar</P>

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